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1998 liebäugelte Amazon-Chef Jeff Bezos mit dem Kauf des damals noch jungen Unternehmens Netflix. Hätte das geklappt, hätte es Prime Video in seiner heutigen Form wohl nicht gegeben.

Fernbedienung mit Netflix und Amazon
Alexandr Vorobev/Shutterstock.com

Der Streaming-Markt ist heute ein Milliardengeschäft, das von Netflix und Amazon Video dominiert wird. Beiden Unternehmen ist gemein, dass sie in die 1990er Jahren mit ganz anderen Geschäftsmodellen begonnen hatten: Amazon war Buchhändler, Netflix startete als Online-DVD-Verleih. Beide Sparten werden ganz nebenbei auch heute noch bedient, gelten allerdings schon lange nicht mehr als Hauptgeschäft. Jahre später machten sie Video-Streaming zum Mainstream. Dass es beide Angebote heute überhaupt in dieser Größe gibt, ist ein ziemlich spannender Zufall.

Denn im Jahr 1998 statteten die Netflix-Gründer Marc Randolph und Reed Hastings einem gewissen Jeff Bezos in Seattle einen Besuch ab, der die Online-Welt, wie wir sie heute kennen, gehörig auf den Kopf gestellt hätte. Die Geschichte dieses Besuchs erzählt Randolph in seinem Buch „That Will Never Work: The Birth of Netflix and the Amazing Life of an Idea“, aus dem das Wall Street Journal kürzlich einen Ausschnitt veröffentlichte. Netflix war 1998 noch ein recht kleiner Fisch, Jeff Bezos erkannte aber Potenzial im Geschäftsmodell und wollte mit Netflix die Tür in den Video-Bereich öffnen.

Netflix für 15 Millionen

Die Gespräche zwischen Hastings, Randolph, Bezos und Amazons Finanz-Chefin Joy Covey verliefen gut, man bewegte sich auf einen Preis im achtstelligen Bereich zu, Hastings spricht im Buch von 14 bis 16 Millionen Dollar. Aus heutiger Sicht ist das ein Spottpreis, damals sah er das allerdings anders. Ihm gehörten 30 Prozent von Netflix, das Angebot war verlockend. Letztlich scheiterte die Übernahme an Reed Hastings, der 70 Prozent am Unternehmen hielt. Er hatte bereits zwei Millionen Dollar in Netflix investiert, er war, so Randolph in seinem Buch, bereits ein „eight-figure guy“, also jemand, für den entsprechende Beträge nichts Besonderes sind.

Hastings sah großes Potenzial im eigenen Geschäft, wohl wissend, dass die Absage an Amazon bedeutete, dass man bald mit dem E-Commerce-Riesen konkurrieren werde. Zu Randolph sagte er, man müsse lediglich einen Weg finden, vom DVD-Verkauf wegzukommen, sich voll auf den Verleih konzentrieren, den Amazon nicht betreibt. Man sagte Amazon höflich ab und der Rest ist, wie man so schön sagt, Geschichte. Hätte man sich damals aber auf den Deal eingelassen, dann sähe die Online-Welt heute anders aus. Denn mit Netflix im eigenen Boot hätte es Amazon Prime Video nicht gebraucht und wohl auch nicht gegeben.

/ Geschrieben von Christoph Pech





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