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Das Smartphone des Amazon-Chef Jeff Bezos ist im Jahr 2018 offenbar Ziel eines saudi-arabischen Hackerangriffs geworden. 

Jeff Bezos in New York
lev radin / Shutterstock.com

Jeff Bezos soll vor nicht ganz zwei Jahren über WhatsApp eine verschlüsselte Nachricht vom Account des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman erhalten haben. In dieser Messenger-Nachricht habe sich eine Videodatei mit mutmaßlicher Spyware befunden. Innerhalb weniger Stunden sei dann eine große Datenmenge vom Handy des Amazon-CEO abgegriffen worden, ergab eine forensische Analyse. Das ist das Ergebnis exklusiver Recherchen der britischen Zeitung Guardian. Laut anonymer Quellen des Blattes hätten sich Bezos und Bin Salman schon zuvor hin und wieder freundlich via Chat ausgetauscht. 

Saudische Botschaft dementiert mutmaßlichen Cyberangriff

Die Vorwürfe, dass der Hackerangriff tatsächlich vom saudischen Kronprinzen beauftragt worden sei, wären jedoch „absurd“, schrieb kurz nach Veröffentlichung des Berichts die Saudische Botschaft auf Twitter:

Die Behörde forderte zudem eine Untersuchung dieser Behauptungen, damit alle Fakten ans Licht kämen. 

Zusammenhänge mit Mord an Kashoggi und Bekanntwerden von Bezos Affäre vermutet

Kritisch hinterfragt wird nun, inwieweit weitere Ereignisse mit den geleakten Daten aus Bezos' Handy in Verbindung stehen könnten. So werfe diesbezüglich der Mord an dem saudi-arabischen Journalisten Jamal Kashoggi erneut Fragen auf. Er wurde fünf Monate nach dem mutmaßlichen Hack in der saudi-arabischen Botschaft in Istanbul umgebracht. Kashoggi hatte mehrere Jahre in den USA gelebt und für die von Bezos gekaufte US-Zeitung Washington Post geschrieben. Unter anderem äußerte sich der Journalist in seiner dortigen Kolumne regelmäßig auch kritisch über sein Herkunftsland. Die Uno-Expertin Agnès Callamard hatte damals auch Ermittlungen gegen den saudischen Kronprinzen gefordert, wie u. a. der Spiegel seinerzeit schrieb.

Zudem habe das US-Boulevardblatt National Enquirer rund neun Monate nach dem Datenklau Jeff Bezos mit Nacktfotos erpresst und intime Details über sein Privatleben veröffentlicht. Die Zeitung machte die Affäre publik, die später zur Scheidung von Bezos' Frau MacKenzie führen sollte. Die Quelle der eigentlich geheimen Informationen ist bisher nicht zweifelsfrei gefunden worden. Des Weiteren gehört das Magazin David Pecker, der nicht nur ein ehemaliger Verbündeter von US-Präsident Donald Trump ist. Er soll laut Bezos' Sicherheitschef auch eine enge Beziehung zum saudischen Prinz gehabt haben. Pecker hatte die Aufdeckung von Bezos' Liebschaft damals als die „größte Recherche“ seines Magazins bezeichnet

/ Geschrieben von Hanna Behn





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