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Der Vergabeprozess des JEDI-Projektes soll erneut überprüft werden.

Trump bei einer Rede
Evan El-Amin / Shutterstock.com

Bereits seit Oktober 2019 dauert nun der Streit zwischen Amazon-Chef Jeff Bezos und US-Präsident Donald Trump an. Hintergrund ist die Vergabe des milliardenschweren Militär-Cloud-Projektes JEDI (Joint Enterprise Defense Infrastructure) an Microsoft. Bezos vermutet, dass sich Präsident Trump höchstpersönlich in den Vergabeprozess eingemischt hat.

Amazon fordert erneute Überprüfung

Nachdem Amazon gegen die Vergabe des Projektes geklagt hatte, wurde die Durchführung erst einmal auf Eis gelegt. Eine Überprüfung des Pentagons hat allerdings ergeben, dass die Vergabe an Microsoft rechtens war. Es wurden schlicht keine formellen Fehler gefunden. Das könnte allerdings auch daran liegen, dass die Kommunikation zwischen dem Präsidenten und dem Verteidigungsministerium, welches den Auftrag vergeben hat, unter die Geheimhaltung fällt. Zumindest hatte sich das Weiße Haus auf solche Privilegien berufen.

Bezos will sich damit aber nicht zufrieden geben. Wie der Focus berichtet, würde er am liebsten Donald Trump persönlich gerichtlich dazu befragen lassen.

Zwei Giganten, zwei Erzfeinde

Bezos und Trump verbindet nicht nur der finanzielle Erfolg, sondern auch eine Feindschaft. Bezos ist Eigentümer der Zeitung Washington Post. Dort wird oft eher kritisch über den US-Präsidenten berichtet. Demgegenüber scheut sich Trump auch nicht vor öffentlicher Kritik am Amazon-Chef. So bezeichnet er die Washington Post bereits als Propagandamaschine, die Fake News verbreite. Die Zeitung werde von Bezos lediglich als Instrument zur Lobby-Arbeit benutzt. 

Jeff Bezos findet also genug Gründe, warum der Präsident dafür gesorgt haben könnte, dass Microsoft und nicht Amazon den Milliarden-Auftrag bekommen hat.

Überprüfung sei eine Farce

Für Amazon stellt sich auch die Überprüfung der Vergabe eher als Schauspiel dar. Sie habe lediglich dazu gedient, Microsoft die Möglichkeit zu geben, ein mangelhaftes Angebot überarbeiten zu lassen. So habe die US-Behörde eine „mangelhafte, parteiische und politisch korrumpierte Entscheidung absegnen“ können. Das Unternehmen beurteilt die Vergabe an Microsoft damit als persönlichen Angriff von Trump auf Bezos.

/ Geschrieben von Sandra May





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