Jeff Bezos musste in Sachen Weltraum-Projekte jüngst eine Schlappe hinnehmen. Auch eine offizielle Beschwerde hat da nicht geholfen.

Tesla-Chef Elon Musk gewinnt gegen Jeff Bezos
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Der Machtkampf zwischen Tesla-Chef Elon Musk und Amazon-Gründer Jeff Bezos geht weiter und hat aktuell einen neuen Höhepunkt erreicht: Im Zentrum steht ein fast drei Milliarden Dollar schwerer Auftrag, den die US-amerikanische Raumfahrtbehörde Nasa ausgeschrieben hatte – dabei ging es um die Entwicklung der ersten kommerziellen Mondlandefähre. 

Sowohl SpaceX, das Raumfahrtunternehmen von Elon Musk, als auch Blue Origin, die Firma von Jeff Bezos, stürzten sich ins Gerangel um den Auftrag, wobei Elon Musk schließlich den Sieg davontrug. Eine Niederlage wollte Bezos allerdings nicht auf sich sitzen lassen und reichte Beschwerde ein. Geklappt hat diese Strategie schlussendlich nicht, denn die Beschwerde wurde nun abgelehnt. 

Musk freut sich per Twitter

„Die Nasa habe bei der Entscheidung keinerlei Regularien verletzt“, habe der Rechnungshof GAO (Government Accountability Office) laut Spiegel Online mitgeteilt. Demzufolge würde man die Beschwerde von Blue Origin ablehnen. Auch eine weitere Firma, das US-Unternehmen Dynetics, hatte sich um den Auftrag bemüht und wurde ebenfalls abgelehnt. In diesem Fall habe die Behörde eine Beschwerde ebenfalls ausgeschlagen. Das GAO befasst sich als überparteiliches Untersuchungsorgan unter anderem mit Themen wie Korruption und hatte in diesem Rahmen auch die Vergabe des Nasa-Auftrags unter die Lupe genommen.

Den gewonnenen Auftrag bzw. die Watsche für Jeff Bezos ließ Elon Musk dabei nicht unkommentiert und ließ – sprichwörtlich – die Muskeln spielen: In einem kurzen Tweet lobt er die Behörde „GAO“ und platzierte dahinter das Symbol eines Bizeps.

 

Jeff Bezos mit „Dumping-Angebot“

Im Vorfeld habe Amazon-Gründer Bezos versucht, „die Nasa mit einem Dumping-Angebot umzustimmen“, schreibt der Spiegel weiter. Im Zuge dieses Angebots wollte seine Raumfahrtfirma Blue Origin 2021 sowie in den kommenden zwei Jahren massiv Geld in das Projekt stecken: Kosten von bis zu zwei Milliarden Dollar hätte man demnach übernommen, um das Mondlandegerät zu entwickeln und zu produzieren – wenn sich die Nasa gegen SpaceX und für Blue Origin entschieden hätte.

Der Auftrag der Nasa sieht grundsätzlich eine Mission vor, die frühestens für 2024 in Angriff genommen werde. Dabei sollen Astronauten zuerst die Mondumlaufbahn erreichen und danach ein Teil der Crew in den Mondlander umsteigen. Mit dem Mondlandegefährt, das SpaceX nun entwickelt und produziert, ist dann eine Mondlandung vorgesehen. Das Besondere dabei: Das Start- und Landesystem soll so konzipiert werden, dass es vollständig wiederverwendbar ist.

/ Geschrieben von Tina Plewinski