Auf Superreiche wie Amazon-Gründer Jeff Bezos oder Tesla-Chef Elon Musk könnten künftig deutlich höhere Steuerforderungen zukommen.

Amazon-Gründer Jeff Bezos
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Immer wieder wurde in der Vergangenheit die Besteuerung von Reichen als viel zu niedrig kritisiert. Der US-amerikanischen Regierung entgehen beispielsweise jedes Jahr hohe Einnahmen, weil Superreiche zahlreiche Schlupflöcher im Steuersystem der USA ausnutzen und dadurch viele Millionen an Abgaben einsparen können. 

Auch konkrete Zahlen belegen das Problem: 8,2 Prozent – das ist laut einer Studie der US-Regierung der durchschnittliche Steuersatz, den 400 Milliardärs-Haushalte in einem Zeitraum zwischen 2010 und 2018 auf ihr Einkommen gezahlt haben. Der Wert lag damit häufig deutlich unter jenem Steuersatz, den viele US-Haushalte zahlen mussten. Doch dies soll sich bald ändern.

20 Prozent Mindeststeuer für US-Millionäre?

Die US-Regierung plane derzeit eine neue Mindeststeuer für Superreiche: Mindestens 20 Prozent seien dabei anvisiert, heißt es bei Spiegel Online mit Verweis auf Berichte der Washington Post. Einen konkreten Vorschlag soll es wohl im anstehenden Haushaltsentwurf für das Jahr 2023 geben.

Etwa 700 US-Haushalte mit einem Vermögen von mehr als 100 Millionen Dollar wären von dieser neuen „Billionaire Minimum Income Tax“ betroffen. „Diese Mindeststeuer würde sicherstellen, dass die wohlhabendsten Amerikaner nicht länger einen niedrigeren Steuersatz zahlen als Lehrer und Feuerwehrleute“, sei in dem entsprechenden Dokument zu lesen.

US-Regierung könnte 360 Milliarden Dollar mehr einnehmen

Zu diesen „wohlhabendsten Amerikanern“ zählen auch Branchen-Köpfe wie Amazon-Gründer Jeff Bezos oder Tesla-Chef Elon Musk, die laut Forbes und Bloomberg beide zu den reichsten Menschen der Welt gehören. Wie viel die Unternehmer im Zuge der angedachten Reichensteuer mehr zahlen müssten, hat Wirtschaftswissenschaftler Gabriel Zucman berechnete: Bei Bezos wären es offenbar 35 Milliarden Dollar mehr, Musk müsste wohl 50 Milliarden Dollar draufzahlen. Alles in allem könnte die Regierung auf Basis der Neuerung in zehn Jahren bis zu 360 Milliarden Dollar mehr einnehmen.

Ob die Reichensteuer jedoch tatsächlich kommt, ist noch ungewiss. Bevor sie Realität wird, müsste der Kongress seine Zustimmung erteilen und diese sei „wegen der extrem engen Mehrheitsverhältnisse keineswegs selbstverständlich“, heißt es weiter.

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/ Geschrieben von Tina Plewinski