Jeff Bezos wird von einer ehemaligen Haushälterin verklagt. Konkret geht es um schlechte Arbeitsbedingungen im Hause des Amazon-Gründers.

Jeff Bezos
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Mercedes Wedaa war drei Jahre lang als Haushälterin bei Jeff Bezos angestellt. In dieser Zeit kümmerte sie sich hauptsächlich um das Anwesen in Seattle. Wegen unzureichender Arbeitsleistung wurde sie entlassen und verklagt den Amazon-Gründer jetzt aufgrund der schlechten Bedingungen, unter denen sie nach eigenen Angaben arbeiten musste. Wedaa fordert finanziellen Schadenersatz unter anderem für Lohnrückstände und entgangene Leistungen sowie Schmerzensgeld für seelische Belastung.

Hindernislauf zur nächsten Toilette

Unter anderem soll die Haushälterin mehr als zehn Stunden am Stück gearbeitet haben, ohne eine Pause für Essen oder Toilettengänge bekommen zu haben. In der Klage wird behauptet, dass sie und andere Hausangestellte infolgedessen Harnwegsinfektionen davontrugen.

Auch durften die Angestellten nach Angaben der Klägerin das Haupthaus nicht betreten, wenn sich die Bezos-Familie darin befand, außer um es sauber zu machen. Die Reinigungskräfte waren deswegen gezwungen, regelmäßig aus dem Fenster der Waschküche zu klettern, über einen außerhalb liegenden Weg und durch einen Technikraum zu laufen, um zu einem Bad zu gelangen, welches von den Hausmeistern benutzt wurde.

Laut der Klageschrift sollen Wedaa und andere lateinamerikanische Angestellte respektlos von anderen Haushälterinnen gehandelt worden sein und dass sie zu Unrecht gekündigt wurde, nachdem sie sich über angebliche Diskriminierung, unzulässige Benachteiligung und die Arbeitsbedingungen beschwert hatte, wie Geekwire schreibt.

Bezos Anwälte weisen Vorwürfe entschieden zurück

Von Seiten des Angeklagten gibt es keinen Grund für die Klage. „Wir haben diese Behauptungen untersucht, sie sind unbegründet, und wir werden uns dagegen wehren“, betont Anwalt Harry Korrell.

So heißt es von einem anonymen Mitarbeiter von Northwestern LLC, einem Unternehmen, welches die Immobilien von Bezos verwaltet: „Es gibt zwei Pausenräume, die mit Sitzgelegenheiten, Tischen, Kühlschränken, Mikrowelle, Kaffeemaschine, Fritteuse und Snacks ausgestattet sind“, so der Insider. „In der Nähe dieser Pausenräume gibt es mehrere Toiletten, die von den Mitarbeitern genutzt werden können. Für die Mitarbeiter wurde täglich ein kostenloses Mittagessen bestellt und geliefert.“

Eine Kopie der gesamten Anklageschrift gibt es bei Geekwire.

/ Geschrieben von Corinna Flemming




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