Dave Limp soll Amazons Arbeitsethos zum Raumfahrtunternehmen bringen.

Smartphone zeigt Blue Origin Logo
AutorWirestock / Depositphotos.com

Wer beim E-Commerce-Riesen brilliert, wird, so Bezos’ Hoffnung, auch Blue Origin voranbringen. Und so ernennt Bezos nun zum ersten Mal seit 2018 einen neuen CEO für sein Raumfahrtunternehmen. Dave Limp ist dabei kein Unbekannter. Er leitete über zehn Jahre lang die Gerätesparte von Bezos einstigem Unternehmen Amazon. Wie Reuters berichtet, soll Limp jetzt vor allem für neue Schubkraft bei der Entwicklung der New Glenn Rakete sorgen.

Die Einhaltung von Zielen wird neue Priorität

In einem nicht öffentlichen Meeting mit der gesamten Belegschaft stellte Limp seine Pläne für Blue Origin vor. Zwei Mitarbeitende, welche anonym bleiben möchten, verrieten Reuters dabei einige Details. So will Limp den bei Amazon perfektionierten Arbeitsethis auch bei Blue Origin etablieren.

Schlüsselthemen sind dabei die Einhaltung gesteckter Zeitpläne und Zielsetzungen sowie die stärkere Fokussierung auf Software und künstliche Intelligenz. Vor allem die Entwicklung der unter dem Namen „New Glenn“ bekannten Rakete hinkt derzeit arg hinterher.

Die Trägerrakete, welche dazu gedacht ist weitere Raumfahrtmittel in den Orbit zu befördern, wurde bereits 2017 angekündigt und sollte eins 2020 an den Start gehen. Doch auch heute, 2023, steht dieser weiterhin aus. Blue Origin’s größter Konkurrent, Elon Musks SpaceX, befördert dagegen bereits seit 2017 erfolgreich Satelliten ins All.

 

Space-Race 2.0

Die Schlacht zwischen Blue Origin und SpaceX erinnert dabei an das Space-Race der 1950er und 60er Jahre. Statt überhaupt ins All zu kommen, geht es nunmehr aber darum, dort zu bleiben und feste Stationen einzunehmen. So möchte Amazon mit dem Satellitennetzwerk Kuiper künftig ein weltweit stabiles Internetnetzwerk bieten können. Eine Sache, die SpaceX mit seinem Starlink-Satelliten bereits erreicht hat.

Die ständigen Verzögerungen bei der New Glenn Rakete schmälern folglich zunehmend die Gewinnaussichten von Blue Origin und Amazon. Wie der Raumfahrt-Experte George Sowers gegenüber Reuters äußerte: „Bisher hatten sie den Luxus, keinen Gewinn erzielen zu müssen, da Bezos sie finanzierte. Aber ab einem gewissen Punkt ist das kein nachhaltiges Modell mehr.“

Artikelbild: http://www.depositphotos.com

Sie wollen immer über die neuesten Entwicklungen bei Amazon informiert sein? Mit unseren Newslettern erhalten Sie die wichtigsten Top-News und spannende Hintergründe direkt in Ihr E-Mail-Postfach – Jetzt abonnieren!
/
Geschrieben von Ricarda Eichler




Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Captcha aktualisieren