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Wer ist Jeff Bezos, der Mann der auf einer Seite als Genie und Visionär des E-Commerce, auf der anderen Seite aber als unsympathisch, cholerisch und als schlechtester Boss der Welt bezeichnet wird? Es gibt sicherlich viele Fakten über das Leben von Jeff Bezos, die hinreichend bekannt sind, doch hinter jeder großen Geschichte stecken viele kleinere Geschichten und Anekdoten, die einen besseren Einblick über die betreffende Person ermöglichen. Dieser Artikel soll Jeff Bezos, Gründer des E-Commerce-Giganten Amazon ein wenig näher beleuchten.

Ein Foto von Jeff Bezos.
© 1996-2014, Amazon.com

Schon als Kleinkind war Bezos sehr von Technik fasziniert und war immer damit beschäftigt herauszufinden, wie etwas funktioniert. Seine Eltern opferten sogar ihre Garage, damit der kleine Jeff ein eigenes „Labor“ für seine Technik-Experimente hatte.

Als die Serie Star Trek Anfang der 70er Jahre zum ersten Mal über die Fernsehbildschirme flimmerte, war auch Jeff ganz hin und weg. Ihn reizte beim Nachspielen von Star-Trek neben den begehrten Charakteren wie Kirk und Spock, vor allem die Rolle des Computers, wie der folgende Ausschnitt aus einer Video-Biografie zeigt:




Nachdem seine Eltern nach Miami zogen und Jeff in seiner Schule einen Computer entdeckte, war es um ihn geschehen: Er beschäftigte sich von nun an so oft er konnte mit den damals noch seltenen Geräten.

Hochintelligent, aber angeblich keine Führungsgabe

Aus Angst, er könne den Kontakt zu seinen gleichaltrigen Mitschülern verlieren, meldeten ihn seine Eltern beim Football an, obwohl er kaum die Gewichtsgrenze erreichte. Erstaunlicherweise wurde er schon nach zwei Wochen zum Captain der Defense ernannt, weil er sich nicht nur alle Spielzüge merken konnte, sondern auch noch genau wusste, wo seine restlichen zehn Mitspieler zu stehen hatten. Seine Mitmenschen beschrieben ihn in seiner Kindheit als „freundlich, aber ernst“, „hochgebildet“ aber „ohne wirkliche Führungsgabe“.

Ehrgeiz in der Jugend

Nachdem er auf die Highschool gewechselt war, gründete Bezos sein erstes kleines „Unternehmen“: das Dream Institute. Besagtes Institut war eigentlich ein zehntägiges Sommercamp für Fünft- und Sechstklässler, in dem Bezos ihnen beibringen wollte in alten Strukturen ganz neu zu denken. Eine Denkweise die Bezos sein ganzes Leben lang begleiten wird.

Aufstieg in die Wirtschaft

Nach seinem Abschluss an der Princeton University 1986, schlug er Angebote von Firmen wie Intel und Bell Labs aus und ging nach New York, wo er in verschiedenen Unternehmen an der Wall Street arbeitete.

Während seiner Zeit an der Wall Street besuchte Bezos Tanzkurse, um seinen „Woman Flow“ zu verbessern. Genauso, wie die Banker an der Wall Street ihre Deals analysierten, begann Bezos damit Frauen analytisch zu betrachten. Er selbst sagt dazu: „Ich bin nicht der Typ, bei dem Frauen eine halbe Stunde nach dem Kennenlernen sagen: ‘Wow, der ist klasse.’ Ich bin eher albern und nicht … also jedenfalls nicht so, dass irgendeine Frau über mich sagen würde: ‘Oh mein Gott, genauso einen habe ich gesucht.’”

Vom Online-Buchladen-Besitzer zum E-Commerce-Tycoon

Nach einer langen Entwicklungs- und Testzeit geht der Online-Buchladen Amazon.com am 16. Juli 1995 online – und überrascht Bezos und dessen Mitarbeiter vollkommen. So wurde bei jedem Verkauf eines Buches eine Glocke geläutet und das Team versammelte sich um zu schauen, ob es den Käufer kannte, doch bereits nach ein paar Wochen wurde die Glocke wieder abgeschafft – weil sie zu oft läutete. Der Buchladen verkaufte innerhalb von 30 Tagen Bücher in alle Bundesstaaten und in 45 Länder weltweit.

Der Name Amazon kommt nicht von irgendwo her, war es doch das Bestreben von Jeff Bezos, der größte Player im noch jungen E-Commerce-Business zu werden. Doch der Shop hätte beinahe einen anderen Namen bekommen: Star Trek-Fan Bezos hatte überlegt die Seite als Anlehnung an ein berühmtes Zitat von Captain Picard „MakeItSo.com“ zu nennen.

Nach steigenden Umsätzen ging das StartUp 1997 an die Börse und erweiterte danach schrittweise sein Angebot auf CDs, Video und später Spielzeug und Kleidung. Das Platzen der Internetblase Ende der 90er-Jahre überstand das Unternehmen - im Gegensatz zu vielen Konkurrenten - relativ unbeschadet und wuchs immer weiter, je größer das E-Commerce-Business wurde.

Bezos als Träumer und Chef

Durch seinen steigenden Wohlstand konnte sich Bezos auch einige Träume erfüllen. Seine Investmentfirma Bezos Expeditions erwarb Anteile an vielen Unternehmen, wie zum Beispiel Airbnb, Linden Labs (den Erfindern von Second Life), Twitter oder auch Business Insider und finanziert einige sehr ambitionierte Projekte, wie die 10.000 Jahre-Uhr oder ein Unternehmen namens Blue Origin, das private Raumflüge erfoscht. Für dieses Unternehmen wäre er im Jahr 2003 beinahe bei einem Helikopterabsturz ums Leben gekommen, als er nach geeigneten Startplätzen für Testflüge gesucht hatte. Das Unternehmen finanziert ebenfalls eine Bergungsmission, um die abgeworfenen Triebwerke der Apollo 11-Mission im Ozean zu finden.

Bezos ist extrem detailverliebt und will über jede noch so kleine Sache unterrichtet werden, seien es minutengenaue Abläufe von Vertragsverhandlungen oder sogar wie er in der Presse zitiert wird. Diese extreme Detailverliebtheit zeigt sich auch in einer Anekdote aus einem der Amazon-Lagerhäuser in den USA. Nachdem Bezos beobachtet hatte, dass seine Arbeiter es nicht schafften, eine passende Verpackung für einen Gartenstuhl zusammenzustellen, ließ er den Stuhl kurzerhand aus dem Sortiment nehmen.

Bezos erweist sich auch als zukunftssicher, da sich viele seiner Investitionen ausgezahlt haben. So investierte er 1998 rund 250.000 US-Dollar in ein StartUp zweier College-Studenten namens Google. Bezos hielt bis zum Börsengang der Suchmaschine 3,3 Millionen Aktien und es ist heute nicht bekannt, ob er diese Aktien wirklich verkauft hat oder noch besitzt.

Seine bekannteste Investition ist aber der Kauf der kompletten Washington Post im Jahre 2013. Der Kauf kostete ihn satte 250 Millionen US-Dollar, die er in bar bezahlt haben soll.

Mitarbeiter beschreiben den Amazon-Chef als skrupellosen Chef und als extremen Choleriker. Er ist bekannt dafür, sehr schnell zu explodieren, wenn ein Mitarbeiter seine Erwartungen nicht erfüllt. Er erwartet offenbar von all seinen Mitarbeitern, dass sie seine Visionen teilen und wegen der „Mission“ zu ihm kommen und nicht wegen des Geldes. Ende Mai dieses Jahres wurde Bezos wohl auch deshalb zum schlechtesten Chef der Welt gewählt.

Dem Wahlergebnis gingen Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen der Logistikmitarbeiter voraus. Sie sollten angehalten worden sein, bis an ihre physischen Grenzen zu gehen und auch von Tracking über die Scangeräte war die Rede. Angestellte sollen noch heute unter anderem von Amazon benachrichtigt werden, wenn sie nicht so produktiv sind wie ihre Kollegen.

Er hat auch eine private, familiäre Seite

Neben seinem aggressiven und sehr von Ehrgeiz, manche Kritiker würden auch behaupten auch von Gier getriebenen Geschäftsgebaren, gibt es aber auch eine private Seite, die nicht zum Bild, dass in den Medien gezeichnet wird passt. Bezos gilt als sehr familiärer Mensch, der mit seiner gesamten Familie in den Urlaub fährt und sich jedes Mal wie ein Kind freut, wenn er Spielzeug kaufen kann.

Er ist aber auch ein Mensch mit zahlreichen Eigenarten wie seiner Vorliebe für blaue Hemden und Khaki-Hosen oder der Tatsache, dass er seit dem Bombenanschlag auf das World Trade Center im Jahr 1992 stets ein WTC-Survival-Kit mit sich herumträgt.

Jeff Bezos ist ein interessanter Mann mit einem komplexen Charakter, dessen extremer Ehrgeiz ihm zwar Erfolg verschaffte, aber auch dafür sorgte, dass vor allem seine Mitarbeiter oft unter dem Größenwahn ihres Chefs zu leiden haben.






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