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Der Leser wird zum Publisher: Amazon hat eine neue Plattform eingerichtet, auf der die Leser bestimmen können, welches E-Book veröffentlicht werden soll. Damit entzieht Amazon auch den Verlagen wieder mehr Macht – ein direkter Angriff.

E-Book Reader
© massimo_g - Fotolia.com

Ab heute können die Leser entscheiden, welche Bücher veröffentlicht werden sollen – zumindest, wenn es um E-Books für Amazons Kindle geht. Auf der neuen Plattform Kindle Scout können die Nutzer Ausschnitte aus noch nicht veröffentlichten Büchern lesen, ihre Favoriten wählen und somit entscheiden, welches Buch tatsächlich als E-Book veröffentlicht wird.

Leser erhalten die Entscheidungsgewalt

Amazon wirbt dabei mit einer Vielzahl von Vorteilen – gerade für die Autoren: Die Veröffentlichung soll nämlich sehr schnell vonstattengehen. Maximal 45 Tage muss ein Autor warten, bis sein eingereichtes Buch als E-Book veröffentlicht wird. Zudem sollen die Autoren sich direkt Amazons Marketing-Macht zunutze machen und das ganze Jahr über neue Bücher einreichen können.

Auch die Leser erhalten einen entscheidenden Vorteil: Sie bekommen nur, was sie auch wirklich wollen. „Die Kunden von Amazon sind leidenschaftliche Leser, die schon lange entscheiden, welche Bücher zu Bestsellern werden“, kommentiert Russ Grandinetti, Senior Vice President Kindle. „Mit dem Start von Kindle Scout haben sie nun eine noch größere Entscheidungsgewalt über die Veröffentlichungen und können kostenfreie Bücher erhalten und dabei neue Autoren entdecken.“

Ein direkter Angriff auf die Verlage

Der Autor Steve Gannon zeigt sich laut Amazon begeistert von dem Dienst. Er freue sich, eine neue Leserschaft ansprechen zu können und mit Amazons Hilfe seine Bücher noch besser vertreiben zu können.

Anders dürften das die Verlage sehen: Amazon liegt schon länger mit ihnen im Streit und die neue Publishing-Plattform ist eine offene Kriegserklärung. Schließlich nutzt Amazon nun seine Marktmacht, um den Verlagen direkt ins Herz zu stoßen – indem das Unternehmen das Publishing und die Werbung für Autoren übernimmt. Und dabei auch noch den Leser direkt miteinbezieht.

/ Geschrieben von Michael Pohlgeers





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