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Scribd, ursprünglich ein US-amerikanischer E-Book-Flatrate-Anbieter, wird seinen Kunden zukünftig keinen unbegrenzten Zugang mehr zu elektronischen Werken zur Verfügung stellen. Kann damit Amazon Kindle Unlimited als letzter verbliebener Dienst aus dem Bereich bezeichnet werden?

Amazon-Buch

Screenshot Amazon Unlimited © Amazon

Der E-Book-Flatrate-Markt in den USA ist derzeit ordentlich in Aufruhr. Auslöser dafür ist die Änderung des Geschäftsmodells von Scribd, dem laut Buchreport größten Konkurrenten von Amazon Kindle Unlimited. Fortan haben Scribd-Kunden keinen unbegrenzten E-Book-Zugang mehr, sondern erhalten für 8,99 US-Dollar pro Monat drei Werke sowie ein Hörbuch.

Das hat den US-Analysten Mike Shatzkin dazu bewogen, auf seinem Blog näher auf diese Entwicklung einzugehen. Er bezeichnet Kindle Unlimited als letzten wirklichen E-Book-Flatrate-Anbieter. Das liegt jedoch nicht nur an der Geschäftsmodelländerung von Scribd: Bereits vorher haben sich andere Anbieter wie Oyster, Entitle und Byliner vom Markt zurückgezogen beziehungsweise wurden von einem anderen Unternehmen übernommen.

Kindle Unlimited: Exklusive Bindung an Amazon

Buchreport fügt jedoch völlig zu Recht an, dass dies lediglich für den US-amerikanischen Markt gilt. International gesehen kann Kindle Unlimited nicht wirklich als einziger Anbieter einer E-Book-Flatrate bezeichnet werden. Hierzulande hat Amazon beispielsweise Skoobe als Konkurrenten.

Insgesamt vermutet Shatzkin, dass sich zukünftig immer mehr Selfpublisher und Verlage exklusiv an Amazon binden werden: "Mit sowohl dem größten Ökosystem als auch der größten Geldbörse kann es sich Amazon leisten, den Inhabern der E-Book-Rechte mehr Geld für eine exklusive Bindung zu zahlen." Autoren, die ihre E-Books ausschließlich über Kindle Unlimited verbreiten, werden im Übrigen pro gelesener Seite bezahlt. Im Januar 2016 lag der Wert in Deutschland bei 0,33 Cent pro Seite.

Monatlicher Pool steigt an

Amazon stellt den Autoren einen monatlichen Pool zur Verfügung, aus dessen Gesamtwert sich die Bezahlung pro gelesener Buchseite ermittelt. Dieser Pool steigt stetig an und umfasste zu Beginn des Jahres 13,8 Millionen Euro. Im Januar 2015 betrug der Pool noch rund 7 Millionen Euro. Allerdings wächst die Zahl der gelesenen Seiten noch stärker als der Pool, sodass die Autoren weniger Geld pro Seite erhalten.

Auch wenn Amazon mit Kindle Unlimited nicht unbedingt als Alleinherrscher betitelt werden kann, könnte zumindest die exklusive Bindung dafür sorgen, dass es andere Anbieter zunehmend schwer haben werden, auf dem E-Book-Flatrate-Markt zu überleben.

/ Geschrieben von Christian Laude