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„Kindle in Motion“ – so nennt sich ein neues Format, was Amazon auf den Weg gebracht hat. Im Grunde genommen handelt es sich hierbei um E-Books, die jedoch nicht nur aus Texten bestehen. Vielmehr sind dort auch Videos und andere mediale Inhalte integriert, die das Gesamterlebnis weitaus spannender gestalten.

Kind liest Buch

© JenkoAtaman - Fotolia.com

Die Entwicklung des E-Book-Markts kann insgesamt als tendenziell stagnierend bezeichnet werden. Die Zahl der Käufer lag im ersten Halbjahr 2016 bei 2,9 Millionen – genauso viel wie im gleichen Vorjahreszeitraum. Zwangsläufig tritt so die Frage auf, wie dieser Umstand geändert werden kann. Eine Möglichkeit besteht darin, die E-Books stärker von dem vermeintlichen „Konkurrenten“, den handfesten Büchern, abzuheben und mehr das Potenzial des Mediums auszuschöpfen. Bisher beschränkt sich der Großteil auf die Anzeige des Textes, verzichtet also auf andere multimediale Ebenen.

Amazon hat nun laut Lesen.net mit „Kindle in Motion“ still und heimlich eine neue E-Book-Reihe gestartet, die sich nicht nur auf reine Texte beschränkt. Vielmehr soll hier ein Gesamterlebnis geschaffen werden, das im Zusammenspiel verschiedener Ebenen entsteht. Dies beginnt bereits beim Buchcover, wie in diesem Beispiel von Edgar Allen Poes „Selected Tales“ gut zu sehen ist, denn das Cover wird bei den Kindle in Motion-Büchern in einem kurzen, GIF-ähnlichen Video abgespielt. und vorgestellt

Kindle in Motion: Integration von multimedialen Inhalten

Bei den Auszügen auf der jeweiligen Amazon-Produktseite sind zwischen den Textseiten beispielsweise auch kurze Videos zu sehen, in denen der entsprechende Akteur agiert. Aber auch Soundfiles sind enthalten, sodass beispielsweise wie bei einem Hörbuch der Inhalt von einem Sprecher vorgelesen werden kann.

 Kindle in Motion

© Amazon - Screenshot

Die Kindle in Motion-Werke bestechen außerdem durch viele farbige Inhalte und Animationen, die den Inhalt visualisieren. Auch der Hintergrund ist oft bunt gestaltet. Hier liegt die Vermutung nahe, dass dies auf Dauer die Augen etwas zu sehr strapazieren könnte, doch der Leser hat die Möglichkeit, dies komplett auszustellen. Diese visuellen Inhalte werden generell lediglich bei den Fire Tablets und Smartphones eingeblendet, da die E-Reader von Amazon diese Funktion nicht unterstützen. Dort kann jedoch dennoch zumindest der pure Text angezeigt werden.

Auswahl gering, Potenzial immens

Mit bis zu 400 Megabyte sind die neuen E-Books natürlich erheblich größer als die normalen Versionen, aber dies lässt sich auch bei der Integration derartiger Sequenzen kaum vermeiden. Für die Videos wurden beispielsweise zum Teil extra Schauspieler engagiert, um die Szenen drehen zu können. Lesen.net stellt die Vermutung auf, dass sich dies bei den Preisen, die nicht viel höher ausfallen als bei E-Books, kaum refinanzieren wird. Dafür könnte der Marketing-Aspekt umso höher ausfallen.

Bisher ist das Angebot an Kindle in Motion-Titel mit sechs Werken noch mehr als beschränkt. Das Konzept könnte jedoch durchaus von den Lesern positiv aufgenommen werden, da es (endlich) das Potenzial der E-Books ausschöpft und auf diese Art und Weise ein überzeugendes Gesamterlebnis geschaffen wird. Die bisherigen Bewertungen sprechen bereits für sich, denn keins bereits der veröffentlichten Bücher weist eine Bewertung unter 4,5 Sternen auf.

Dieses Video zeigt einen kurzen Auszug daraus, wie ein Kindle in Motion-Erlebnis ausfallen kann:

/ Geschrieben von Christian Laude





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