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Als Konkurrent ist Amazon vielen Buchhändlern ein Dorn im Auge. Als Konkurrent, der darüber hinaus auch immer wieder Steuerschlupflöcher findet, wird Amazon zum großen Ärgernis. Der britische Buchhändler plant Maßnahmen.

Stapel aus Büchern
© Billion Photos – shutterstock.com

Der britische Buchhandel beklagt, dass Amazon von Steuerschlupflöchern profitiert und auf diesem Wege Abgaben in Millionenhöhe einspart. Erst im vergangenen Jahr hat Amazon UK Services, der britische Logistik-Arm des Konzerns, beispielsweise zum ersten Mal die Milliardengrenze beim Umsatz geknackt und hier einen Wert von 1,5 Milliarden Pfund generiert.

Weil sich die Höhe der Körperschaftssteuer allerdings nicht nach dem Umsatz, sondern dem Gewinn berechnet, musste Amazon nach Angaben von Buchreport hier lediglich 7,4 Millionen Pfund Körperschaftssteuer leisten. Ein Blick auf vergangene Bilanzen und Projekte zeigt, wie dies zustande gekommen ist: Amazon hat nämlich massiv in seine neuen Logistiklager in London und Cambridge investiert, wodurch der Gewinn in Vergleich zum Vorjahr um mehr als 50 Prozent auf gerade einmal 25,6 Millionen Pfund eingebrochen ist.

Amazon: Britischer Buchhandel spricht von Absurdität

Auch an anderer Stelle eckt Amazon in der britischen Branche an. Wie Buchreport weiter schreibt, wurde der Konzern im vergangenen Jahr nämlich mit reichlich staatlichen Zuschüssen bedacht und durfte sich über 1,3 Millionen Pfund freuen, die er für die Eröffnung weiterer Logistikzentren erhielt.

Der britische Buchhandelsverband Booksellers Association (BA) zeigt sich gegenüber dieser Praxis verständnislos und spricht von einer „Absurdität“. Aus diesem Grund drängt der Verband darauf, die bestehenden Steuerregelungen im Land zu überarbeiten und entsprechende Anpassungen vorzunehmen. Ziel ist es, Steuerschlupflöcher zu schließen, die es Online-Händlern ermöglichen, gewisse Abgaben wie etwa die Grundsteuer nicht zahlen zu müssen. Stationären Händlern vor Ort sei es jedenfalls nicht möglich, sich vor der Abgabe solcher Steuern zu drücken.

Mit dieser Forderung steht die BA übrigens nicht allein da. Auch immer mehr Politiker äußern Bedenken und Kritik.

Buchreport verweist schlussendlich noch darauf hin, dass sich die 1,5 Milliarden Pfund lediglich auf jenen Umsatz beziehen, die Amazon im Rahmen der Abrechnungen der Logistikzentren gemeldet hat. Der tatsächliche Einzelhandelsumsatz in Großbritannien werde in den Vereinigten Staaten abgerechnet und wurde mit 7,3 Milliarden Pfund angegeben.

 

/ Geschrieben von Tina Plewinski





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