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Der Glanz von Hollywood bröckelt: Ein nie da gewesener Skandal erschüttert die US-Filmbranche. Es geht um sexuelle Belästigungen und Übergriffe. Auch mit Blick auf Amazon gibt es Konsequenzen und Verwicklungen.

Hollywood-Schriftzug
© Philip Pilosian / Shutterstock.com

Im Filmsegment hatte Amazon in den vergangenen Monaten extrem Gas gegeben. Das Unternehmen angelte sich namhafte Produzenten, Schauspieler und Branchengrößen, um neue Film- und Serienhits an den Start zu bringen. Einige Ambitionen des Konzerns wurden nun allerdings jäh gestoppt oder zumindest zurückgeworfen. Grund sind schwere Anschuldigungen gegen den Filmproduzenten Harvey Weinstein.

Hollywood-Größen gehen auf Abstand zu Harvey Weinstein

Vor wenigen Tagen hatte die New York Times ein Exposé veröffentlicht, in dem mehrere Frauen Harvey Weinstein sexuelle Belästigung vorgeworfen hatten. Doch dabei blieb es nicht: Weitere Enthüllungen machten die Tragweite des Skandals deutlich und immer mehr Schauspielerinnen – darunter auch namhafte Filmgrößen wie Gwyneth Paltrow, Angelina Jolie oder Rose McGowan – meldeten sich zu Wort und kommentierten, dass auch sie von sexuellen Übergriffen oder sogar Vergewaltigung durch Weinstein betroffen seien.

Die Reaktionen aus der Branche ließen nicht lange auf sich warten: Weinstein wurde nicht nur aus der Oscar-Akademie ausgeschlossen, auch bekannte Schauspieler, Filmemacher, Kollegen und selbst Politiker nahmen in Statements Abstand und brachten ihr Entsetzen über die Vorwürfe zum Ausdruck.

Amazon gerät ebenfalls in die Kritik

Dass Belästigungen und sexuelle Übergriffe in der US-Filmbranche keine Einzelfälle sind und weite Kreise ziehen, wird unterdessen auch an anderer Stelle deutlich: So betitelte Spiegel Online den Skandal mit einer „Kultur der Komplizenschaft“, in die auch Amazon verwickelt sei. In diesem Rahmen sei beispielsweise der Chef der Amazon-Unterhaltungssparte, Roy Price, suspendiert worden. Auch ihm wurde in einem konkreten Fall sexuelle Belästigung vorgeworfen.

Darüber hinaus hatte sich die Schauspielerin Rose McGowan laut Spiegel Online auf Twitter konkret an Amazon-Gründer Jeff Bezos gewandt und dabei schwere Vorwürfe erhoben: „McGowan schrieb auf Twitter, sie habe Amazon – und namentlich: Unterhaltungschef Roy Price – darüber informiert, von Weinstein vergewaltigt worden zu sein. Laut McGowan habe Price gesagt, es gäbe keine Beweise. Darüber hinaus habe der Konzern nicht reagiert.“ McGowan forderte Amazon-Chef Bezos auf, Vergewaltiger nicht finanziell zu unterstützen.

 

Amazon stoppt Serie – mit Zuspruch der Schauspieler

Unterdessen hatte Amazon verlauten lassen, nicht länger mit Weinsteins Produktionsfirma „The Weinstein Company“ zusammenzuarbeiten. In diesem Zuge wurde auch die Produktion einer Serie von David O. Russell gestoppt. Für diese (noch namenlose) Serie waren die beiden Schauspieler Robert De Niro und Julianne Moore vorgesehen. Nach Angaben von CNet sollten insgesamt 160 Millionen US-Dollar in die Serie fließen. „Im Lichte der letzten Nachrichten unterstützen wir die Entscheidung von Amazon“, kommentierten Russell, De Niro und Moore in einer Stellungnahme. „Aus Respekt vor den Leidtragenden habe man gemeinsam entschieden, mit der Serie nicht weiterzumachen“, schreibt CNet weiter.

Eine weitere Produktion mit Namen „The Romanoffs“ ist auch von Änderungen betroffen. Zwar soll diese nicht abgesetzt werden, doch zumindest ohne die Weinstein Company fortgeführt werden.

 

/ Geschrieben von Tina Plewinski





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