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Amazon-Mitarbeiter in den USA kommen trotz einer Beschäftigung nicht über die Runden. Wie eine aktuelle Untersuchung zeigt, ist ein Teil sogar auf staatliche Hilfe in Form von Lebensmittelmarken angewiesen, um ihre Familie zu ernähren.

Portemonnaie mit wenig Geld
© Kudryashova Vera / shutterstock.com

Als Amazon im vergangenen Jahr ankündigte, ein zweites Hauptquartier in den USA bauen zu wollen, überschlugen sich viele Städte fast mit irrsinnigen Geschenken und Versprechungen, um den Online-Riesen zu sich zu holen. Immer wieder wurden dabei finanzielle Anreize, wie Steuererleichterungen, ins Spiel gebracht. Doch diese Vorteile erreichen einen Großteil der Mitarbeiter erst gar nicht. Wie eine neue Untersuchung des US-Magazins The Intercept jetzt zeigt, kommen viele der US-Mitarbeiter von Amazon mit ihrem Gehalt kaum über die Runden und sind auf das amerikanische Lebensmittelhilfe-Programm SNAP (Supplemental Nutrition Assistance Program) angewiesen, um ihre Familie zu ernähren.

Arizona: Jeder dritte Angestellte benötigt staatliche Zuschüsse

Noch in diesem Jahr wird Amazon Lebensmittelmarken in den USA als Zahlungsmittel für bestimmte Produkte akzeptieren, ein Teil dieser Marken geht dabei auch an die eigene Belegschaft. Im Bundesstaat Arizona ist nach Untersuchungen von The Intercept jeder dritte Amazon-Mitarbeiter auf die staatliche Unterstützung angewiesen. In Pennsylvania und Ohio ist es immer noch jeder Zehnte. Insgesamt haben sechs US-Bundesstaaten Auskunft darüber gegeben, bei welchen Unternehmen die meisten hilfsbedürftigen Menschen arbeiten. In fünf der sechs Staaten hat es Amazon unter die Top 20 geschafft.

Obwohl das Unternehmen alleine in den USA mehr als 200.000 Menschen beschäftigt und diese Zahl stetig erhöht, wird vielen Mitarbeitern oft kaum das empfohlene Mindestgehalt gezahlt.

Amazon hält sich selten an seine Versprechen

Steht die Eröffnung eines neues Fulfillmentcenters an, so brüstet sich der Online-Riese oft damit, seinen Mitarbeitern bis zu 30 Prozent mehr zu zahlen, als das durchschnittliche Gehalt. Die Wissenschaftlerin Kasia Tarczysnka betont allerdings, dass hier falsche Vergleiche gezogen werden. „Sie vergleichen ihre Lager-Arbeitsplätze nicht mit anderen Jobs in solchen Zentren, sondern mit Stellen im Einzelhandel“, so Tarczysnka. „Traditionelle Lagerarbeiter verdienen allerdings mehr, als im Einzelhandel.“

So sollen laut Intercept Lagermitarbeiter einen Stundenlohn von 12 bis 15 Dollar erhalten. Nach einer Statistik aus dem Januar 2018 beträgt der durchschnittliche Stundenlohn eines Mitarbeiters im Warenlager allerdings 17,53 US-Dollar. Bereits 2013 hat der Nachrichtensender CNN auf diese Unterschiede aufmerksam gemacht. „Der durchschnittliche Lagerarbeiter bei Walmart verdient jährlich knapp unter 40.000 Dollar, während es bei Amazon nur 24.300 Dollar sind“, so CNN. „Das sind weniger als 1.000 Dollar über der offiziellen Armutsgrenze für eine vierköpfige Familie.“

Amazon wehrt sich gegen diese Vorwürfe mit der Tatsache, dass seine Mitarbeiter noch zusätzliche Vorteile, wie Bonuszahlungen, bekommen. Wie hoch diese ausfallen, will der Online-Riese allerdings nicht preisgeben. Ein Großteil der Mitarbeiter, nämlich solche, die über eine Drittfirma bei Amazon angestellt sind, erhalten diese zusätzlichen Zahlungen allerdings nicht und sind wohl auch in Zukunft auf die Lebensmittelmarken des Staates angewiesen, um, trotz einer Beschäftigung, ihre Familien ernähren zu können.

/ Geschrieben von Corinna Flemming





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