Die Aufgabe von Alexa ist es, den Alltag der Nutzer zunehmend zu vereinfachen. Doch die Sprachassistentin von Amazon soll dabei viel mehr sein als ein nettes Spielzeug – sie soll auch in Gefahrensituationen zum Einsatz kommen und helfen können.

Frau mit Kopf in den Händen
© Natalia Lebedinskaia / Shutterstock.com

Über komfortable, alltagstaugliche Funktionen von Sprachassistenten liest man mittlerweile wöchentlich: Nicht nur Amazon selbst arbeitet beispielsweise daran, die hauseigene Alexa mit immer mehr Möglichkeiten auszustatten und ihre Fähigkeiten stetig auszubauen. Auch externe Unternehmen helfen dabei, dass Alexa mittlerweile das Licht dimmen, die Abfahrtzeiten öffentlicher Verkehrsmittel ansagen, Pakete verfolgen, Pizza online bestellen oder Autos buchen kann.

Weniger hört man allerdings über Skills, die nicht nur nützlich sind, sondern tatsächlich in Notsituationen zum Einsatz kommen und damit vielleicht sogar Leben retten können. An eben einer solchen Funktion für Alexa arbeitet nach Angaben von t3n der Verein UN Women Deutschland. Das entsprechende Feature läuft unter dem Namen „Echo of Help“ und richtet sich gezielt an Frauen bzw. Opfer häuslicher Gewalt.

Sprachassistent soll stillen Alarm auslösen

In einem entsprechenden Promo-Video wird die Notwendigkeit einer solchen Funktion auch durch Zahlen belegt: Hier heißt es beispielsweise, dass es innerhalb eines Jahres mehr als 133.000 Opfer häuslicher Gewalttaten gab – darunter fast 109.000 Frauen. Auch Todesopfer gibt es immer wieder zu beklagen.

 

 

 

Aus diesem Grund hat es sich UN Women Deutschland zur Aufgabe gemacht, Betroffenen zu helfen, indem via Sprachassistent in einer Notsituation über ein Codewort ein stiller Alarm ausgelöst wird, schreibt t3n: Das vielleicht rettende Codewort kann dabei selbst vom Nutzer gewählt werden, wobei anschließend auch Informationen zu Kontaktpersonen hinterlegt werden sollten, die im Falle eines solchen Alarms benachrichtigt werden. „Die Kontaktpersonen können dann die Polizei informieren oder gegebenenfalls selbst einschreiten“, heißt es weiter.

Forderung: Notfall-Feature als Standard-Funktion

So weit, so gut. Nun kommt allerdings das große ABER: „Echo of Help ist nur ein Prototyp. Ein Beweis, wie sinnvoll diese Erweiterung ist. Und vor allem ein Aufruf an Amazon, sich gegen häusliche Gewalt einzusetzen“, schreibt UN Women Deutschland auf der entsprechenden Website. Der Appell an Amazon soll also dazu führen, ein solches schützendes Feature standardmäßig in die Amazon Echo-Geräte einzubauen bzw. mit der Sprachassistentin Alexa zu koppeln.

Denn obwohl häusliche Gewalt in der öffentlichen Welt vergleichsweise wenig Präsenz hat, so existiert sie doch. „Sie passiert hinter verschlossenen Türen. Hinter dicken Wänden. Jenseits der Öffentlichkeit“, heißt es weiter. Amazon habe die Macht, die Betroffenen zu hören – mithilfe seiner Sprachassistentin.

 

/ Geschrieben von Tina Plewinski





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