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Amazon protestiert in Seattle gegen die Einfuhr einer neuen Steuer, die knapp 500 Dollar pro Mitarbeiter umfassen würde. Damit will die Stadt aktiv gegen die Wohnungsnot vorgehen. Am 14. Mai soll die Abstimmung im Stadtrat erfolgen.

Amazon-Gebäude in Seattle

© SeaRick1 - Shutterstock.com

Die Stadt Seattle plant derzeit die Einführung einer neuen Steuer. Diese soll nach Berichten der New York Times dazu beitragen, die akute Wohnungsnot in der US-amerikanischen Metropole einzudämmen und soll entsprechend gegen die immer stärker um sich greifende Obdachlosigkeit vorgehen. Geplant sei demnach, dass große Arbeitgeber in diesem Zusammenhang knapp 500 Dollar pro Mitarbeiter abgeben müssen.

Das Vorhaben passt Amazon als größten Arbeitgeber Seattles allem Anschein nach überhaupt nicht in den Kragen. Um seinen Unmut auszudrücken, hat das Unternehmen sogar den Bau eines neuen Gebäudes im Zentrum der Stadt gestoppt und überdenkt angeblich zusätzlich den Bau eines weiteren, wodurch zusammengenommen 7.000 neue Arbeitsplätze gefährdet sein könnten.

Abstimmung am 14. Mai

Amazon-Sprecher Drew Herdener bestätigte den Schritt laut der New York Times und meinte, dass „bis zum Ergebnis der Steuer-Abstimmung durch den Stadtrat“, die am 14. Mai stattfindet, „Amazon die gesamte Bauplanung gestoppt“ hätte. Zudem würde das Unternehmen darüber nachdenken, Räume weiter zu vermieten, die Amazon eigentlich selbst nutzen wollte.

Auch die Stadt selbst hat auf die Konsequenzen seitens Amazon reagiert – und zeigt sich durchaus überrascht, wie ebenfalls die New York Times berichtet. Seattles Bürgermeisterin Jenny Durkan soll sich in einem Statement „sehr beunruhigt“ über die Ankündigung von Amazon gezeigt haben. „Ich bin besorgt über die Auswirkungen, die diese Entscheidung auf eine große Anzahl an Arbeitsplätzen haben wird – von unserem Baugewerbe über Restaurant-Mitarbeitern bis hin zu Krankenschwestern, Fertigungsarbeitern und Technikern“, so Durkan.

Amazon: Mehr als 40.000 Mitarbeiter in Seattle

Angeblich wird Amazon vorgeworfen, Mitschuld an der prekären Lage in Seattle zu haben. Deswegen wird auch zum Teil davon ausgegangen, dass sich die neue Steuer primär gegen Amazon richtet, wie auch bei Spiegel Online zu lesen ist. Laut eigenen Angaben hat Amazon mehr als 40.000 Mitarbeiter allein in Seattle. Wenn die neue Steuer also tatsächlich eingeführt werden sollte, müsste Amazon mindestens 20 Millionen Dollar zahlen.

/ Geschrieben von Christian Laude





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