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Der Wirtschaftsnobelpreisträger Paul Krugman findet harte Worte für Amazons Verhalten gegenüber den Verlagen und vergleicht den Online-Riesen mit dem Konglomerat Standard Oil, welches 1911 in 34 kleine Einzelfirmen zerschlagen wurde. Grund: Die Ausnutzung der eigenen Marktmacht.

Amazon

(Bildquelle Amazon Packaging: Nic Taylor via Flickr, ohne Änderungen, bestimmte Rechte vorbehalten)

Auch wenn Paul Krugman – Wirtschaftsnobelpreisträger – sehr angetan ist von Amazon Prime und dieses mit Blick auf die Käufer auch als sehr positiv bewertet, hat er für Amazon an sich nur wenig gute Worte übrig. Für ihn steht fest: Amazon hat eine zu große Marktmacht und schadet damit Amerika.

Amazon – ein Monopson?

Grund für die harten Worte ist der bis heute anhaltende Verlagsstreit, indem sich Amazon bereits seit mehreren Jahren mit einigen Verlagen aus den USA befindet. Gestritten wird dabei über die von Amazon verlangten Konditionen bei dem Vertrieb von E-Books. Hachette hatte sich geweigert diese zu akzeptieren, was dazu führte, dass Amazon die gedruckten Bücher des Verlags unter anderem nur mit sehr langen Wartezeiten bzw. Lieferzeiten an die Kunden versendete.

Laut Paul Krugman, der seine Meinung in einer Kolumne der New York Times veröffentlichte, ist Amazon auf Grund seiner Marktmachtausnutzung mit dem Konglomerat Standard Oil von John Rockefeller zu vergleichen. Dieses wurde nach einer Entscheidung eines US-Bundesgerichts 1911 in 34 Einzelfirmen zerschlagen. Die Begründung war damals, dass es sich bei Standard Oil um ein sogenanntes Monopson handelt, welches durch seine Macht die Preise, die es von Lieferanten verlangt, nach unten drückt. Als Resultat seiner Überlegungen fordert der Nobelpreisträger deshalb die Zerschlagung Amazons.

Amazon als Zensor

Neben der Macht im Bereich Preisgestaltung hält Krugman Amazon ebenso vor, dass es die Bestrafung scheinbar nicht willkürlich sondern nach politischer Neigung dosiert. Wie das Manager Magazin berichtet, sei zum Beispiel das Hachette Buch von Paul Ryan (Vizepräsidentschaftskandidat der Republikaner für die US-Präsidentenwahl 2012) problemlos erhältlich, während kritische Bücher, wie das der einflussreichen Milliardärsfamilie Koch, mehrere Wochen Lieferzeit haben. Krugman selbst spricht dabei nicht von Zensur, andere taten dies aber bereits, wie zum Beispiel die Schriftstellerin Ursula Le Guin. Dieser Missbrauch bewegte auch die Gruppe "Authors United" zur Forderung, dass Amazon in Bezug auf den Verstoß des Kartellrechts überprüft werden sollte.

Ob Amazon allerdings als Monopol betrachtet werden kann, ist strittig, da das Unternehmen sehr wohl Mitbewerber hat. Der bekannteste und größte ist Apple, gegen den das US-amerikanische Kartellamt auch bereits ermittelt hat und tatsächlich einer Kartellbildung überführte. Durch die nach Ansicht der Behörde hochgehaltenen Preise für E-Books sei ein volkswirtschaftlicher Schaden von 100 Millionen Dollar verursacht worden sein.

Es ist demnach fraglich, ob Amazon ebenso bewertet wird wie Apple, denn Amazon hat nach eigenen Angaben nur seine Kunden im Sinn und diese fordern preiswerte Produkte. Wenn das Kartellamt allerdings nach seinem ursprünglichen Zweck angewendet wird, nämlich dem Schutz der Produzenten gegen schlechte Arbeitsbedingungen, könnte Amazon tatsächlich Ärger ins Haus stehen.

/ Geschrieben von Julia Ptock





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