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In vielen Fällen nahm Amazon in der Vergangenheit Kritik wortlos entgegen und ließ verbale Rügen einfach vorbeiziehen. Doch im Fall der neuen Gesichtserkennungssoftware möchte der Konzern die Kritik nicht auf sich sitzen lassen.

Mensch und Technik: Annäherung von Händen
© Andrea Danti – shutterstock.com

Totale Überwachung und ein Angriff auf die Demokratie – so ungefähr sind die Vorwürfe, die sich Amazon dieser Tage mit Blick auf seine Gesichtserkennungssoftware gefallen lassen muss. Die Kritik bezieht sich nicht auf die Software im eigentlichen Sinne – da diese beispielsweise auch kundenfreundliche Services im Handel zutagefördern könnte. Die Kritik bezieht sich auf den Einsatz der Software durch die Polizei.

Behörden seien auf Basis der Gesichtserkennungssoftware in der Lage, viele Menschen auf einmal selbst in großen Menschenmassen ausfindig zu machen. Aktivisten befürchten, dass der Einsatz auch gegen demokratische Strukturen zum Einsatz kommen könnte. Diese Vorwürfe möchte Amazon allerdings nicht auf sich sitzen lassen und hat sich über seinen Cloud-Service AWS beim Amazon Watchblog zu Wort gemeldet.

Amazon-Software hat viele Einsatzmöglichkeiten in der Praxis   

„Amazon fordert, dass Kunden die Gesetze einhalten und Verantwortungsbewusstsein zeigen, wenn sie die Services von AWS nutzen. Wenn wir feststellen, dass ein Kunde die AWS-Dienste missbraucht, schließen wir den Kunden von seinem Recht aus, unsere Services zu nutzen. Amazon Rekognition ist eine Technologie, die dabei hilft, Personen, Objekte und Aktivitäten in Videos und Fotos auf Basis von Kundeneingaben automatisch zu erkennen. Wenn der Kunde beispielsweise Bilder eines Stuhls bereitstellt, kann Rekognition dabei helfen, andere Stuhlbilder aus einem Katalog von Fotos zu finden, die vom Kunden hochgeladen wurden. Als Technologie hat Amazon Rekognition zahlreiche nützliche Anwendungsgebiete in der realen Welt“, erklärte ein Sprecher von AWS gegenüber Amazon Watchblog.

So werde die Erkennungssoftware beispielsweise schon genutzt, um entführten oder verschwundene Personen wiederzufinden. Selbst bei großen sozialen Events könne Rekognition nutzbringend zum Einsatz kommen – als Beispiel nennt Amazon die königliche Hochzeit, die kürzlich in Großbritannien zwischen Prinz Harry und Meghan Markle stattfand und bei der die Software zum Einsatz kam, um Hochzeitsgäste zu identifizieren.

Die Welt wäre anders, wenn man sich gegen Technologie entschieden hätte

„Der Nutzen von AI-Diensten wie diesem wird zunehmen, da immer mehr Unternehmen fortschrittliche Technologien wie Amazon Rekognition einsetzen“, erklärt der Sprecher weiter und verweist auf einen potenziell anderen Verlauf der Geschichte, wenn sich Menschen in der Vergangenheit gegen den Einsatz neuer Technologien entschieden hätten:

„Unsere heutige Lebensqualität wäre heute viel schlechter, hätten wir neue Technologien verboten, nur weil einige Menschen sie missbrauchen könnten. Stellen Sie sich vor, Kunden könnten keine Computer kaufen, nur weil es grundlegend möglich ist, diese Computer für illegale Zwecke zu verwenden. Wie bei jedem unserer AWS-Services verlangen wir von unseren Kunden, dass sie sich an die Gesetze halten und Verantwortungsbewusstsein zeigen, wenn sie Amazon Rekognition verwenden.“

 

/ Geschrieben von Tina Plewinski





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