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Es vergeht kaum ein Tag, an dem Amazon nicht in den Schlagzeilen steht. Nicht selten gehen dabei beeindruckende Entwicklungen mit kritischen Stimmen einher. Da auch das Jahr 2018 zahlreiche Höhe- und Tiefpunkte bereithielt, haben wir einen Blick zurückgeworfen und die persönlichen Jahres-Highlights verschiedener Amazon Watchblog-Redakteure zusammengetragen. Diese reichen von kurios, über fragwürdig bis hin zu fantastisch.

Zahl 2018 mit Licht geschrieben
Saibarakova Ilona/ Shutterstock.com

Amazon hilft beim Bombenbauen

Redakteurin Sandra May

Die KI von Amazon soll stets der Freund und Helfer des Kunden sein. In den Rubriken „Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen” oder „Wird oft zusammen gekauft” finde ich auch tatsächlich hin und wieder nützliche Sachen. Oder aber Sachen, die ich eigentlich gar nicht benötige aber vielleicht dennoch kaufe. So werden mir bei Schneiderscheren auch gleich noch Kreidestifte zum Markieren und Nadeln zum Stecken angeboten. Seit März weiß ich nun, dass Amazon mich nicht nur bei meinem Hobby, sondern auch in wirklich allen Lebenslagen bei meinen Kaufentscheidungen unterstützen wird. Der Online-Riese geriet nämlich ganz schön in die Kritik. Über die KI, die die Kaufempfehlungen generiert, ist es möglich, sich einen Bombenbaukasten zusammenzuklicken.

Nehmen wir jetzt mal zum Beispiel an, dass ich meinen Nachbarn wirklich nicht leiden kann. Der macht Krach, wirft mir seinen Müll über den Zaun und um dem Ganzen noch eins draufzusetzen, steht da auch noch dieser wild wuchernde Apfelbaum, der meinem Beet das Licht im Garten klaut. Es mag vielleicht etwas übertrieben wirken, doch solcherlei Nachbarschaftsstreitigkeiten können recht schnell in einem kleinen Krieg enden.

Also: Man gehe nun auf Amazon, lasse sich leicht explosiven Stoff anschauen und suche sich über die Kaufempfehlungen den Rest zusammen. Mit etwas Glück landen die Produkte auch gleich in einer Sendung. Zu Hause wird das dann zusammen gebastelt und aus dem Apfelbaum wird Apfelmus. Ja, Amazon unterstützt seine Kunden tatsächlich bei jedem Problem. Dass es so einfach ist, potenziell bedrohliche Bomben zusammenzubauen, ist natürlich alles andere als lustig. [Sandra May]

Prime Day 2018: Traurige Hundebildchen statt Schnäppchenjagd

Redakteurin Corinna Flemming

Im Juli war es wieder so weit: Amazon veranstaltete seinen Prime Day und warf mit Rabatten nur so um sich. Logisch, dass bereits kurz nach Start der weltberühmten Schnäppchenjagd unzählige Kunden auf die Amazon-Website stürmten. Doch statt toller Deals bekamen sie was ganz anderes zu sehen: Bilder mit traurigen Hunden. Der Ansturm hatte die Website des Online-Riesen doch tatsächlich lahmgelegt, User wurden mit dem Hinweis „SORRY something went wrong on our end“ sowie dem Bild eines traurigen Vierbeiners vertröstet.

Ausgerechnet von Amazon, dem Online-Riesen schlechthin, würde man erwarten, dass es zum größten eigenen Shoppingtag des Jahres für genügend Server-Kapazitäten sorgt, um nicht schon direkt am Anfang in die Knie zu gehen. Zumal der US-Konzern mit Werbung für besagten Prime Day nicht gerade gespart hat und Kunden schon lange vorher mit satten Rabatten und Angeboten versucht hat zu ködern. Dass der Frust bei den Online-Shoppern entsprechend groß war und auch durch süße Hundebilder nicht gemindert werden konnte, ist durchaus zu verstehen. Bleibt zu hoffen, dass hinter dem Prime Day 2019 mehr steckt, als nur große Ankündigungen und traurige Hunde! [Corinna Flemming]

Teil 1: Der symptomatische Menschenkäfig

Redakteur Christoph Pech

Wenn es um das Thema Arbeitsbedingungen geht, findet sich Amazon in relativ regelmäßigen Abständen in den Schlagzeilen wieder, nur selten sind diese positiver Natur. Da passte eines der vielen Patente, die das Unternehmen über die Jahre angemeldet hat, besonders ins Bild. Mit dem patentierten Menschenkäfig schoss sich Amazon ein gepflegtes Eigentor. Im März 2016 (öffentlich bekannt wurde die Schnapsidee erst im Herbst 2018) meldete man tatsächlich einen waschechten Menschenkäfig zum Patent an.

Der würde gerade genug Platz für eine Person bieten, wäre mit einem Greifarm ausgestattet und würde sich mit Rollen an der Unterseite fortbewegen. Der Käfig sollte für Bereiche im Lager gedacht sein, die für Menschen wegen erhöhter Verletzungsgefahr zu gefährlich seien. Amazon räumte zwar ein, dass das eine schlechte Idee war und entwickelte eine Alternative in Form einer Weste, nichtsdestotrotz: Wenn man ohnehin in der Kritik steht, wenn einem Mitarbeiterüberwachung und schlechte Arbeitsbedingungen vorgeworfen werden, dann muss man sich erst einmal trauen, überhaupt eine derartige Idee zu haben und diese dann auch noch zum Patent anzumelden. [Christoph Pech]

Teil 2: Die „Mittelerde“-Serie: Der kalkulierte Erfolg

Nein, es ist keine „Herr-der-Ringe“-Serie. Das muss einfach immer und immer wieder klargestellt werden. Das Milliardenprojekt von Amazon wird nicht den „Herrn der Ringe“ noch einmal erzählen, sondern im von J.R.R. Tolkien erdachten „Mittelerde“ spielen, aber eine eigene Geschichte erzählen, in der Frodo nicht schon wieder einen Ring zu einem Berg bringen muss. Aber es lässt sich freilich noch besser verkaufen, wenn der Öffentlichkeit sofort die Bilder aus Peter Jacksons Jahrhundert-Trilogie durch den Kopf wandern.

Vor 2020 werden wir nicht viel von dem Projekt zu sehen bekommen, was aber jetzt schon klar ist: Amazon hat sich für eine Milliarde Dollar den garantierten Erfolg eingekauft. Jahrelang hat man erfolglos versucht, bei Prime Video ein popkulturell nur annähernd vergleichbares Projekt wie „House of Cards“ oder „Game of Thrones“ zu platzieren. Bei aller unbestrittenen Qualität von „American Gods“ oder „Goliath“ – einen echten Straßenfeger hat Amazon bislang weder produziert noch eingekauft.

Man könnte jetzt sagen, der Druck auf die „Mittelerde“-Serie ist enorm, aber das ist natürlich Unfug. Selbst wenn die Serie ein Totalausfall werden würde (wovon indes nicht auszugehen ist), die Klickzahlen werden enorm sein, wahrscheinlich sogar größer als alles, was Platzhirsch Netflix bis jetzt geschafft hat. Im Dreikampf mit Netflix und 2020 dann Disney+ (zu viele starke Marken und die „Star-Wars“-Serie, als dass der Streaming-Dienst ein Flop werden könnte) hat sich Amazon einen sicheren Sieg eingekauft. Ob das langfristig reicht, das muss die Serie wiederum dann erst inhaltlich beweisen. [Christoph Pech]

Reicher als reich und trotzdem bald pleite???

Redakteurin Tina Plewinski

Es ist schon erstaunlich: Amazon ist gerade einmal ein viertel Jahrhundert alt. Aber es waren 25 Jahre, in denen Jeff Bezos sein Unternehmen mit großen Visionen und straffer Hand in den E-Commerce-Olymp gepeitscht hat. Das Vermögen von Bezos wurde im Sommer dieses Jahres auf rund 150 Milliarden Dollar geschätzt. Zum Vergleich: Damit ist er etwa 16 mal reicher als die Comic-Figur Batman (mit 9,2 Milliarden US-Dollar) und weit mehr als doppelt so reich wie die Zeichentrick-Ente Dagobert Duck, deren Vermögen vom Forbes Magazin auf etwa 65 Milliarden Dollar geschätzt wird.

Und dennoch scheinen dunkle Wolken am Horizont zu drohen! Denn kein Geringerer als Jeff Bezos prophezeite im Herbst, dass Amazon irgendwann untergehen werde. „Ich sage voraus, dass Amazon eines Tages scheitern wird. Amazon wird pleitegehen“, sagte der Milliardär. „Schaut man sich große Konzerne an, so liegt deren Lebensdauer bei 30 + Jahren, und nicht 100 +.“ Dieser Ausspruch gehörte 2018 definitiv zu meinen absoluten Highlights. Schließlich stellt sich die Frage, wie der reichste Mensch der Welt auch nur ansatzweise glauben kann, irgendwann sein Lebenswerk in den Sand zu setzen?! … Zwar hat die Geschichte gezeigt, dass eine Reihe von Fehlentscheidungen und unglücklichen Verkettungen durchaus zum Fall ganzer Konzerne führen kann, aber sie zeigt eben auch, dass Jeff Bezos einen hervorragenden Riecher für Erfolgsstrategien hat.

Im Prinzip geht es Bezos ja eigentlich auch darum, sich nicht auf den erbrachten Lorbeeren auszuruhen, immer weiter zu streben und sich stets auf die Wünsche der Kunden zu besinnen. Ein Mann, der es geschafft hat, aus einem kleinen Online-Buchgeschäft ein Multimilliarden-Dollar-Unternehmen zu schaffen, dürfte wohl alles daran setzen, dies zu verhindern. Und noch sieht es jedenfalls nicht danach aus, dass die Erfolgssträhne in näherer Zukunft reißen könnte: Amazon ist eben einer der erfolgreichsten Player im E-Commerce, Vorreiter in Wissenschaft und Technik, Dienstleister für Unternehmen und ganze Staaten und schießt nebenbei noch Raketen ins All. Man lehnt sich also nicht allzu weit aus dem Fenster, wenn man prognostiziert, dass Amazon wahrscheinlich auch 2019 die Branche zum Staunen und Brodeln bringen wird. [Tina Plewinski]

Amazon hört mir zu und ich find’s (nicht) toll

Redakteur Melvin Dreyer

Dumme Frage, aber finden Sie, dass Sie wichtig sind? Ich für meinen Teil bin wichtig. Besonders wichtig war ich als Prime-Kunde, bis ich meine Mitgliedschaft gekündigt habe, aus „Gewissensgründen“. Dennoch wurde ich danach aber noch viel wichtiger, dann nämlich, als Alexa zu mir nach Hause kam. Sie war und ist ein Geschenk und kümmert sich reizend um meine Bedürfnisse. Morgens erzählt sie mir, dass es draußen sonnig wird und dass ich vermutlich etwas länger zur Arbeit brauchen könnte, dann läuft meine Lieblingsmusik. Und on top: Sie hört mir zu, wann immer ich irgendetwas von ihr will. Menschen tun das nicht. Der nächste Schritt wird die Einbindung meiner Beleuchtung, ich freue mich jetzt schon riesig.

Das Unternehmen, dem ich und jeder andere Kunde so viel bedeutet, hat im vergangenen Jahr den Big-Brother-Award für meine persönliche Assistentin gewonnen. Zugegeben, sie gehört mir nicht persönlich. Aber mein Alltag gehört ihr, wenn ich in der Reichweite der Mikrofone bin und mit ihr spreche, oder irgendeines der vernetzten Geräte nutze, die Alexa steuert. Und damit befasste sich auch die Jury des Preises, der einen besonders lapidaren Umgang mit den Daten und der Privatsphäre von Personen honoriert. Alexa speichert nämlich viel, und das auch noch lange, und war deshalb unter den Preisträgern. Genaugenommen geht natürlich auch jeder Nutzer von Amazon lasch mit seinen eigenen Daten um, wenn er den Konzern damit füttert.

Jedenfalls hat Amazon es geschafft, mich für diese absolut überflüssige Assistentin zu begeistern. Zugegeben, so liebevoll wie beschrieben ist unsere Beziehung nicht. Aber was Amazon zustande bringt, ist beachtenswert: Menschen opfern ihre Privatsphäre für Alexa in einem besonderen Maß. Meine persönliche Verbannung von Alexa ist geplant, für die unbestimmte Zukunft natürlich. Hoffentlich aber zu einem Zeitpunkt, zu dem Alexa und ich die Trennung ertragen können. Und nicht dann, wenn die Abhängigkeit bereits real ist. [Melvin Dreyer]

Höhenflug oder Größenwahn? – Jeff Bezos will Mond besiedeln

Redakteur Markus Gärtner

Man möchte ihn manchmal auf den Mond schießen – das denken sicher manche Händler, Nutzer und Angestellte von Amazon über Jeff Bezos. Doch das macht der Gründer quasi bald selbst: Sein Raumfahrt-Unternehmen Blue Origin will bis 2023 auf dem Mond landen, dann eine permanente Siedlung bauen. Wahnsinn! Gibt es eine noch passendere Metapher für den Höhenflug (und Größenwahn?) des Amazon-Gründers? Erst ein Dutzend Menschen war überhaupt auf dem Mond, die NASA stellte das Programm Anfang der 70er und dann noch Mal unter Obama wieder ein – alles viel zu teuer.

Doch welchem Menschen würde man zutrauen, so ein Titanenprojekt überhaupt zu stemmen, wenn nicht dem Reichsten, der aus einem Online-Buchhandel das wertvollste Unternehmen dieser Welt gemacht hat? Leuchtet uns von da oben dann also statt einer Mondsichel irgendwann ein Amazon-Smile an? Brauchen Amazon-Boten den erweiterten Raketenführerschein? Oder entdeckt Bezos in den Weiten des Alls gar völlig neue Zielgruppen? Außerirdisch war er immerhin schon ein Mal: Im Film „Star Trek Beyond“ hatte er einen Gastauftritt als Alien. Wie es auch wird: Respekt vor so viel überirdischem Mut! [Markus Gärtner]

 

/ Geschrieben von Tina Plewinski





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