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Die Arbeitsbedingungen bei Amazon sorgten in fünf Jahren für 189 Notrufe – auch wegen Suizidversuchen. Amazon selbst kritisiert die Berichte als überzogen.

Amazon Fulfillment Center
wawritto/Shutterstock.com

Ein erschreckender Bericht des Magazins The Daily Beast heizt die Kritik an den Arbeitsbedingungen bei Amazon neu an. Demnach mussten zwischen Oktober 2013 und Oktober 2018 Rettungskräfte in den USA 189 Mal wegen Suizidversuchen, Selbstmordgedanken oder anderen psychischen Notfällen zu Logistiklagern von Amazon eilen. Aus insgesamt 46 Lagern in 17 Staaten habe es Notrufe gegeben – das ist ungefähr ein Viertel aller Sortier- und Fulfillmentzentren von Amazon. Daily Beast sprach für den Bericht mit aktuellen und ehemaligen Amazon-Mitarbeitern und wertete Telefonprotokolle, Polizei- und Ambulanz-Reporte aus.

Schockierende Schilderungen

In den Protokollen finden sich teils schockierende Vorgänge. So hätte es in Kentucky etwa eine schwangere Frau gegeben, die im Dezember 2016 das Leben ihres Babys bedrohte; Eine 22-jährige Frau, die sich selbst in den Bauch stechen wollte oder einen Mann, der drohte, aus dem zweiten Stock zu springen. Daily Beast eröffnet den Bericht mit Abschriften von eingegangenen Notrufen, die drastische Fälle dokumentieren.

Der frühere Amazon-Mitarbeiter Jace Crouch zeichnet dem Magazin gegenüber ein übles Bild der Arbeitsrealität: „Es ist diese isolierte Kolonie der Hölle, in der Menschen regelmäßig Zusammenbrüche haben.“ Crouch selbst gibt an, eine emotionale Krise während der Arbeit gehabt zu haben, weil es mental sehr anstrengend sei, „dieselbe Aufgabe in hoher Geschwindigkeit in 10-Stunden-Schichten zu verrichten, vier oder fünf Tage die Woche. Einige Mitarbeiter hätten schon vorher mentale Probleme gehabt, die bei Amazon aber schlimmer geworden seien. In einigen Fällen sei es im Nachhinein schwierig gewesen, versprochene Kompensationen zu bekommen, manche wurden gar gefeuert.

Amazon relativiert die Fälle

Der Konzern selbst wirft dem Bericht in einem Statement Verallgemeinerung vor. Es werde nicht die Gesamtzahl an Amazon-Mitarbeitern oder gearbeiteten Stunden berücksichtigt. Weiter heißt es: „Die physische und mentale Gesundheit unserer Mitarbeiter hat höchste Priorität und wir sind stolz auf unsere Bemühungen und den Erfolg in diesem Bereich.“

Dem gegenüber stehen aber seit Jahren Berichte über schlechte Arbeitsbedingungen bei Amazon. Schon 2015 wurde die Frage gestellt, ob Amazon Menschenrechte gefährdet, regelmäßig gibt es neue Meldungen. Im vergangenen April sagten Mitarbeiter aus, dass sie in Flaschen urinieren würden, um Produktionsziele zu erreichen. Im Oktober wurde ein internes Video für Führungskräfte geleakt, in dem erklärt wurde, wie man Mitarbeitervertretungen wirksam verhindern kann. Und das sind nur einige Beispiele.

Wenn Sie sich von Suizidgedanken betroffen fühlen, können Sie sich an die Telefonseelsorge wenden. Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 bekommen Sie Hilfe.

/ Geschrieben von Christoph Pech





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