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Blicke oft zu den Sternen empor – als wandelst du mit ihnen. Solche Gedanken reinigen die Seele von dem Schmutz des Erdenlebens“ findet der römische Kaiser und Philosoph Marc Aurel. Für Prime-Mitglieder hat Amazon derzeit einen eigenen Horoskop-Service im Angebot – mag dabei aber scheinbar das Sternbild „Großen Wagen“, das einem Einkaufwagen ähnelt, besonders gern.

Sternbild des Großen Wagen
Ezume Images / Shutterstock.com

Optisch wirken Amazons Sternenorakel wie ein typisches Monatshoroskop, wie sie oftmals in Zeitungen oder Zeitschriften auf der letzten Seite zu finden sind. Unter jedem Sternzeichen gibt es kurze Texte, die kleine Vorhersagen mit mehr oder minder aktuellem Bezug enthalten: „Die Blumen und Bäume sind nicht das Einzige, was diesen Monat erblüht, liebe Waage – dein soziales Leben wird es auch tun. Achte nur darauf, dass du dich nicht selbst überplanst“ heißt es zum Beispiel im aktuellen April-Horoskop, das Prime-Nutzer unter anderem via Newsletter erreicht. 

Amazon, Screenshot Horoskop
Screenshot aus dem Amazon-Horoskop

Der Sinn des Lebens und Waschmittel

Doch wenn Amazon in die Sterne guckt, wird es – anders als Aurel wohl intendierte – recht erdverbunden und materialistisch. Am Ende der Prophezeiungen stehen stets Aussagen, die den Leser lediglich zum Kauf des vermeintlich passenden Prime-Produkt anregen sollen: Der sozial aktiven Waage wird geraten, besser Amazons taggenaue Lieferung zu nutzen, damit sie auch ja kein Date verpasst. Die vernünftige Jungfrau kann einfach mal ein bisschen träumen, natürlich mit dem passenden Soundtrack von Prime Music. Wem das noch nicht banal genug ist, ist vielleicht Wassermann und fragt nach dem Sinn des Lebens und der eigenen Bestimmung. Damit muss sich dieses Sternzeichen laut Amazon aber gar nicht erst herumschlagen: „Mach dir keine Sorgen, dass du irgendwelche Antworten findest. Denke nur daran, Alexa Shopping und Prime Pantry sind immer da, um die einfacheren Fragen des Lebens zu beantworten, wie „Was mache ich, wenn mir die heiße Sauce ausgeht?“ und „Wo bekomme ich mehr Waschmittel her?“

Weder Mehrwert…

Jetzt sind Horoskop-Prognosen natürlich so eine Sache und inwieweit sie zutreffen, ist zurecht umstritten. Doch Gedanken dazu, welche Eigenschaften welchem Menschen aufgrund seiner jeweiligen Sternstunde im Laufe des Lebens angedeihen, werden seit Tausenden Jahren tradiert. Und dass Himmelskörper Einfluss auf das irdische Geschehen haben, ist zumindest in Bezug auf Ebbe und Flut klar. Tatsächlich gaben Amerikaner nach Angaben von Fast Company im Jahr 2018 2,2 Milliarden Dollar für „mystische Services“ aus. In Deutschland glauben laut Statista 43 Prozent der Frauen und 23 Prozent der Männer zumindest manchmal an Astrologie und Horoskope. 

Eben das will sich Amazon hier offenbar für eine Art personalisierte Kundenansprache zunutze machen. Denn die als Horoskop getarnten Texte haben reichlich wenig mit Astrologie zu tun. So wird kaum auf die tatsächlichen, typischen Eigenschaften der Sternzeichen eingegangen – das verwundert nicht, denn die Autorin Anna Katz ist offenbar auch keine Astrologin, schreibt Fast Company weiter.  

… noch Unterhaltungswert

Auch handelt es sich nicht um einen einmaligen Werbegag oder schlicht Ironie, was ja durchaus als unterhaltsam angesehen werden könnte. Das „unironische“ Prime-Horoskop mit seinen offenkundigen Produktplatzierungen erscheint bereits seit gut einem Jahr monatlich. Bei Nutzern kommt es jedenfalls auch nicht gut an:

So führen Amazons Vorhersagen beispielsweise höchstens dazu, zu verdeutlichen, dass Leute Geld für „problematischen Müll“ ausgeben, kommentiert ein anderer Twitter-Nutzer:

Unterm Strich: Es ist nur allzu deutlich zu merken, dass es sich beim Prime-Horoskop leider nicht um besonders interessante oder gar hilfreiche Inhalte handelt, sondern schlicht um Werbung. Da kann man schon mal nostalgisch werden:

/ Geschrieben von Hanna Behn