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Amazon-Mitarbeiter analysieren die Privatgespräche der Nutzer mit Alexa – das Unternehmen hat das aber nie vorher kommuniziert.

Alexas
Karsten Neglia / shutterstock.com

Es ist wohl einer der größten Vorbehalte gegenüber sprachgesteuerten Assistenten wie Amazons Alexa: Was ist, wenn irgendein anderer Mensch mal hört, was ich dem Gerät sage? Wie Bloomberg berichtet, trifft das zu – wenn auch nur auf Amazon-Mitarbeiter. Das Unternehmen hat den Alexa-Nutzern allerdings verschwiegen, dass ihre Gespräche auch von menschlichen Mitarbeitern gehört und bearbeitet werden, um das Gerät zu verbessern.

Alexa-Clips mit Hilfeschreien und Kontodaten

Amazon-Angestellte und Auftragnehmer in den USA, aber auch Costa Rica, Indien und Rumänien arbeiten daran, dass Alexa die menschliche Sprache noch besser versteht und auf die Sprachbefehle reagieren kann. Dafür hören sie jeden Tag Tausende von aufgezeichneten Gesprächen der Nutzer, transkribieren die Inhalte oder ordnen Schlagworte zu – etwa, dass mit dem Begriff „Taylor Swift“ eine Sängerin gemeint ist. Unter den Audio-Clips sind aber auch Dateien wie die eines Kindes, das um Hilfe schreit. Die rumänischen Mitarbeiter, die Bloomberg befragt hat, berichten sogar von möglichen sexuellen Übergriffen, Namen und Kontodaten.

Solche Dateien sollen von den Mitarbeitern als „kritisch“ markiert und nicht weiter bearbeitet werden. Amazon sagt dazu: „Wir haben strenge technische und betriebliche Sicherheitsvorkehrungen und eine Null-Toleranz-Politik für den Missbrauch unseres Systems. Mitarbeiter haben keinen direkten Zugriff auf Informationen, die die Person oder das Konto im Rahmen dieses Workflows identifizieren können. Alle Informationen werden mit hoher Vertraulichkeit behandelt, und wir verwenden eine Multi-Faktor-Authentifizierung, um den Zugriff zu beschränken, sowie Service-Verschlüsselung und Audits unserer Kontrollumgebung, um sie zu schützen“. 

Keine Information für Alexa-Nutzer

Das Grundproblem dabei: Alexa-Nutzer dürften sich vorher kaum bewusst gewesen sein, dass ihre Interaktionen mit dem smarten Lautsprecher von Menschen gehört und analysiert werden. Amazon erklärt das explizit weder in seinen Nutzungsbedingungen, den Frequently Asked Questions oder anderswo. Für die Nutzer gibt es allerdings eine Möglichkeit, ihre Gespräche mit Alexa wohl wirklich privat zu lassen: Sie können in den Einstellungen des Geräts der Verwendung ihrer aufgezeichneten Daten widersprechen. 

In Deutschland wurde Amazons Alexa wegen der Speicherung der Nutzerdaten in der Cloud bereits der Negativ-Preis „Big-Brother-Award“ verliehen

Update: Amazon verweist auf strenge Sicherheitsmaßnahmen

Amazon hat der Redaktion des Amazon Watchblogs ein Statement zukommen lassen, in dem das Unternehmen auf die strengen Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der eigenen Kunden sowie deren Daten verweist:

„Wir nehmen die Sicherheit und den Schutz der personenbezogenen Daten unserer Kunden ernst. Wir versehen nur eine extrem geringe Anzahl von Interaktionen einer zufälligen Gruppe von Kunden mit Anmerkungen, um die Nutzererfahrung zu verbessern. Zum Beispiel helfen uns diese Informationen, unsere Systeme zur Spracherkennung und zum Verständnis natürlicher Sprache zu trainieren. So kann Alexa Anfragen besser verstehen und sicherstellen, dass der Dienst für alle gut funktioniert.

Bei uns gelten strenge technische und betriebliche Sicherheitsvorkehrungen und wir verfolgen eine Null-Toleranz-Politik, was den Missbrauch unseres Systems betrifft. Im Rahmen dieses Workflows haben Mitarbeiter keinen direkten Zugriff auf Informationen, die die Person oder das Konto identifizieren können. Wir behandeln Informationen mit hoher Vertraulichkeit, setzen auf eine Multi-Faktor-Authentifizierung zur Zugriffsbeschränkung, eine Verschlüsselung des Dienstes sowie Audits unserer Kontrollumgebung zum Schutz der Daten. Darüber hinaus können unsere Kunden ihre Sprachaufzeichnungen jederzeit löschen.“

/ Geschrieben von Markus Gärtner