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Amazon-Mitarbeiter aus mehreren Ländern haben sich in Berlin getroffen, um über gemeinsame Strategien im Arbeitskampf mit Amazon zu beraten.

Verdi-Streik
Yulia Reznikov/Shutterstock.com

In Berlin haben sich Amazon-Mitarbeiter aus 15 Ländern zu einem Vernetzungstreffen eingefunden und dem Versandriesen erneut grenzüberschreitend unfaire Arbeitsbedingungen vorgeworfen. Darunter waren neben Mitarbeitern aus Deutschland auch solche aus Argentinien, Brasilien, Pakistan, Polen und den USA. „Globale Probleme verlangen nach globalen Lösungen. Deswegen vernetzen sich Gewerkschaften aus aller Welt, um Amazon zu reformieren“, sagte Christy Hoffmann, Generalsekretärin von UNI Global Union. Verdi-Bundesvorstand Stefanie Nutzenberger warf Amazon einmal mehr vor, „die Rechte der Beschäftigten mit Füßen“ zu treten.

In Berlin wollten die Gewerkschaften ihre Strategien im Arbeitskampf gegen Amazon koordinieren. Christy Hoffmann warf Amazon, Spiegel Online zufolge, „unternehmerische Gier“ vor und bezeichnete die Auseinandersetzung „einen der wichtigsten Arbeitskämpfe der jüngeren Geschichte“. Sie fordert eine Reformierung des Unternehmens. Auch Nutzenberger forderte erneut einen Tarifvertrag. Die Streiks der letzten Jahre hätten zwar Verbesserungen gebracht, doch nach wie vor seien Beschäftigte in den Versandzentren von Amazon „mit enormer Arbeitshetze, Kontrolldruck und der Missachtung von Arbeitnehmerrechten konfrontiert“, heißt es von Verdi.

Amazon lässt Kritik abprallen

Amazon selbst konterte, dass man auch ohne Tarifvertrag ein „fairer und verantwortungsbewusster Arbeitgeber“ sei. Logistikmitarbeiter würden verhältnismäßig viel verdienen und die Zusammenarbeit mit den Betriebsräten sei sehr gut. Das ist stets die Antwort des Unternehmens, wenn Kritik geäußert wird, doch Verdi und Co. sehen das selbstredend anders.

Die Streiks der Gewerkschaft haben mittlerweile Tradition. Erst im Februar rief Verdi zu Streiks in Bad Hersfeld auf und kürzlich vor Ostern ebenfalls. „Die Beschäftigten treten auch weiterhin ein für ihr Recht auf einen Tarifvertrag, um existenzsichernde Löhne und gute Arbeitsbedingungen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgeber verhandeln zu lassen“, sagte Nutzenberger Mitte April. Es gehe dabei auch darum, die „Willkür eines Handelsunternehmens“ zu beenden.

Die Kritik der deutschen Mitarbeiter ist dabei international keine Ausnahme. Im März etwa wurde bekannt, dass in den USA zwischen 2013 und 2018 Rettungskräfte insgesamt 189 Mal wegen Suizidversuchen, Selbstmordgedanken und anderen psychischen Notfällen zu Logistiklagern von Amazon gerufen wurden. Der frühere Amazon-Mitarbeiter Jace Crouch nannte das Lager, in dem er gearbeitet hatte, eine „isolierte Kolonie der Hölle“.

/ Geschrieben von Christoph Pech





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