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In mehreren Städten in Frankreich haben Umweltaktivisten gegen Amazon protestiert und sich an die Gebäude des Online-Händlers gekettet. Sie werfen dem Konzern vor, Jobs im Land zu zerstören und den Planeten zu schädigen.

Proteste Frankreich
sportpoint/shutterstock.com

Proteste und Streiks dürften Amazon vertraut sein. In den verschiedenen Logistikzentren hierzulande legen die Angestellten regelmäßig ihre Arbeit nieder, um für bessere Arbeitsbedingungen zu kämpfen. Auch in Frankreich kam es jetzt zu einigen Protesten, diese gingen allerdings von Umweltschützern aus. An den Amazon-Standorten in Paris, Lille und Toulouse ketteten sich die Aktivisten an Tore und Drehkreuze und hofften, mit ihrer Aktion ähnliche Proteste in anderen Ländern anzuregen.

Arbeitern wird der Eintritt verwehrt

Mehrere Dutzend Demonstranten kletterten am Pariser Standort über die Zäune und haben sich Zugang zu den Amazon-Büros verschafft. Mit einem Sitzstreik in der Eingangshalle wollten sie ihrem Anliegen Gehör verschaffen. Die Aktivisten kritisierten Amazons Vorgehensweise in Sachen Umweltschutz. „Wir beschuldigen Amazon, es hinsichtlich der Überproduktion und des Klimawandels noch viel schlimmer zu machen“, wird Alma Dufour von Friends of the Earth bei abc NEWS zitiert. Konkret geht es um den massenhaften Import von elektronischen Geräten und den Online-Verkauf von Kleidung, deren Transport den CO2-Ausstoß massiv in die Höhe treibe. „Ich glaube, wir sind an einem Punkt angekommen, an dem wir den Kulturkampf gegen Amazon in Frankreich gewinnen und ein Vorbild für andere Länder sein können.“ 

Auch gegen die Zerstörung von Arbeitsplätzen haben sich die Umweltaktivisten ausgesprochen. Amazon zerstöre lokale Geschäfte und zahle nicht genug Steuern, so die Vorwürfe. Während des Sitzstreiks konnten die Amazon-Angestellten zwar das Gebäude verlassen, allerdings wurde ihnen anschließend der Wiedereintritt verwehrt.

Amazon sieht sich keiner Schuld bewusst

Der Konzern selbst hat sich inzwischen auch in einem Statement zu Wort gemeldet und betonte, „das Recht, seine Meinung auszudrücken, zu respektieren“, verteidigte aber die eigene Klima- und Angestelltenpolitik. Der Online-Riese wird immer wieder aufgrund seiner Praktiken und deren Auswirkungen auf die Umwelt kritisiert, auch in seinem Heimatland USA.

/ Geschrieben von Corinna Flemming





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