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 Amazon liefert kleine Bestellungen auch in Plastik- statt Papp-Verpackungen – Umweltverbände schlagen Alarm.

 

Hand und Amazon-Tüte
Hadrian / Shutterstock.com

Plastik zählt in vielen Bereichen des Umweltschutzes eigentlich als der erklärte Feind. Da wäre es verwunderlich, wenn Unternehmen den nachhaltigen Zeitgeist ignorieren und wieder auf Kunststoff setzen – genau das macht Amazon aber. Wie das Manager Magazin berichtet, liefert das Unternehmen seit einiger Zeit auch in Deutschland kleinere Bestellungen in Plastikverpackung statt im Papier- oder Pappumschlag.

Plastik spart Platz – und damit CO2

Das betreffe zwar nur einen kleinen Teil der Lieferungen, wie ein Amazon-Sprecher sagt – bei der immensen Gesamtzahl von Amazon-Bestellungen macht das aber trotzdem eine erhebliche Menge aus. Das Unternehmen begründet seine Plastik-Offensive vor allem mit Einsparpotenzial in der Logistik: Plastikpäckchen seien leichter und würden in den Lieferfahrzeugen weniger Platz brauchen, so könnten Fahrten und folglich Emissionen eingespart werden. 

Deutsche Umweltverbände wie der Verein Plasticontrol und der BUND halten jedoch gegen diese Argumentation. „Wir sehen eine Umstellung auf Plastik absolut kritisch“, sagt Plasticontrol-Geschäftsführer Oliver Steiner. Der BUND-Recyclingexperte Rolf Buschmann pflichtet dem bei und hält Amazons Schritt für „nicht zielführend“.

Das Problem bei Plastik liege demnach vor allem im Recycling der Liefer-Verpackungen. „Die realistische Recycling-Quote für Plastik in Deutschland ist sehr gering“, meint Oliver Steiner. „Zwischen fünf und zehn Prozent werden einmalig wiederverwertet, alles andere verbrannt oder in Schwellen- und Entwicklungsländer exportiert.“ Pappe hingegen werde bis zu 95 Prozent wiederverwendet, sagt BUND-Experte Buschmann. In Großbritannien und den USA, wo Amazon ebenfalls mehr auf Plastik setzt, gebe es noch mehr Probleme beim Kunststoff-Recycling, heißt es beim Guardian. So lande in Großbritannien etwa ein Großteil des Plastiks im Hausmüll und werde gar nicht recycled. 

Das fordern Experten von Amazon

Dabei zeigt  Amazon mit seinem Projekt „Shipment Zero“ durchaus Sensibilität für das Thema Nachhaltigkeit: Das Unternehmen will bis 2030 die Hälfte seiner Pakete klimaneutral verschicken. Buschmann vom BUND rät zu weiteren Schritten: So müssten bereits verpackte Artikel nicht in einer extra Versandhülle verschickt werden, verschiedene Bestellungen eines Kunden könnten zusammengefasst in einem Paket kommen statt wie bisher oft in einzelnen. Grundsätzlich müsse man auch zu anderen Logistiksystemen kommen, meint Buschmann. In Deutschland arbeiten Online Player wie Zalando an nachhaltigen Maßnahmen: Der Mode-Händler plant in mehreren Ländern ein Pilotprojekt mit wiederverwertbaren Verpackungen.

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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