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Aktuell steigen die Beschwerden über Amazon-Händler, die über den Marktplatz bereits abgelaufene Lebensmittel verkaufen. Der Online-Händler selber spielt das Problem runter.

Milchkarton Haltbarkeitsdatum
imrankadir / Shutterstock.com

Während der Online-Lebensmittelhandel hierzulande noch in den Kinderschuhen steckt, wird er in den USA deutlich besser angenommen. Vor allem durch den Kauf der Lebensmittelkette Whole Foods hat sich auch Amazon zu einem der größten Händler für Nahrungsmittel entwickelt, in den USA soll dieser Bereich bereits 58 Prozent aller verkauften Waren des Unternehmens ausmachen.

Allerdings steigen aktuell die Beschwerden der Kunden an, abgelaufene Lebensmittel von den Händlern des Amazon Marktplatzes zu erhalten. Wie CNBC herausgefunden hat, sollen unter anderem Müsliriegel, Soßen und sogar Babynahrung mit überschrittenem Haltbarkeitsdatum an die Kunden geschickt worden sein. Mit dem zunehmenden Wachstum des Marktplatzes befürchten Verbraucherschützer nun, dass dieses Problem noch größer werden könnte.

Amazon spricht von Einzelfällen

Bereits Anfang des Jahres hatte ein Amazon-Kundin Brownies von einem Dritthändler bekommen, welche seit einem Jahr abgelaufen waren. Erst nachdem sie den Fall über Twitter an die Öffentlichkeit brachte, kam eine Reaktion von Amazon und die Kundin hat ihr Geld zurück erhalten.

 

Wie Amazon laut dem Bericht auf CNBC betont, handelt es sich bei diesen Vorfällen um Einzelfälle, die keine weiteren Maßnahmen gegen den Verkäufer erfordern. Der Online-Gigant betonte, man nutzt sowohl künstliche Intelligenz als auch menschliche Kontrollen, um sicherzustellen, dass Kunden Lebensmittel erhalten, die den Vorgaben von Amazon entsprechen. Diese besagen, ein Händler muss beim Verkauf von Lebensmitteln eine Resthaltbarkeit von 90 Tagen garantieren. „Wir arbeiten hart daran, dass die Kunden hochwertige Produkte erhalten, wenn sie bei uns bestellen“, so eine Amazon-Sprecherin. „Wir verfügen über solide Prozesse, um sicherzustellen, dass die Kunden Produkte mit ausreichender Haltbarkeit erhalten.“

Große Lücken in der Qualitätskontrolle

Wie eine kürzlich durchgeführte Studie im Auftrag von CNBC herausgefunden hat, ist das Problem mit abgelaufenen Lebensmitteln allerdings deutlich größer, als Amazon zugeben will. So wurden die 100 meistverkauften Lebensmittel des Marktplatzes analysiert und festgestellt, dass mindestens 40 % der Verkäufer bereits mehr als fünf Kundenbeschwerden über abgelaufene Waren erhalten haben.

Jon Derkits hat bis Juni bei Amazon gearbeitet und betont jetzt beim Nachrichtenportal, dass das Unternehmen zwar daran arbeite, Lösungen für die Probleme mit den Lebensmitteln zu finden, dass es aber nach wie vor große Lücken gibt, den Versand von abgelaufenen oder fast abgelaufenen Produkten zu verhindern. „Sie haben noch nicht mein Vertrauen erlangt, weder als Amazon-Mitarbeiter noch als Kunde, dass ich von einem Drittanbieter sicher ein Produkt für den Verzehr oder mit einem Verfallsdatum kaufen kann“, so seine Einschätzung.

 

/ Geschrieben von Corinna Flemming





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