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In einem Amazon-Lager im US-Bundesstaat Ohio erlitt ein Arbeiter einen Herzinfarkt und starb. Nun werden Vorwürfe laut, dass der 48-Jähriger längere Zeit am Boden gelegen hab soll, ehe ihm versucht wurde zu helfen.

Toter unter Tuch
marcogarrincha / Shutterstock.com

Die Arbeitsbedingungen in den Logistiklagern von Amazon stehen immer wieder in der Kritik, sowohl hierzulande als auch im Heimatland USA. Dort, genauer im Bundesstaat Ohio, kam es zu einem besonders tragischen Vorfall. Bereits im September erlitt der 48-Jähriger Lagerarbeiter Billy Foister während seiner Schicht einen Herzanfall und starb daran. Sein Bruder und andere Amazon-Angestellte sollen nun schwere Vorwürfe gegen Amazon und die Umstände des Todes erheben: So soll der Mann rund 20 Minuten unentdeckt am Boden des Lagers gelegen haben, ehe Hilfe kam.

Toter klagte Tage vorher über Schmerzen

„Wie kann man einen 1,90 m großen Mann nicht auf dem Boden liegen sehen und ihm innerhalb von 20 Minuten nicht helfen?“, wird der Bruder Edward Foister beim Guardian zitiert. „Ein paar Tage zuvor legte er das falsche Produkt in den falschen Behälter und innerhalb von zwei Minuten sah das Management es vor der Kamera und kam herunter, um mit ihm darüber zu sprechen.“ Auch Kollegen des Verstorbenen sollen gegenüber der Zeitung bestätigt haben, dass er nach dem Herzinfarkt über längere Zeit unentdeckt im Lager lag. Der hinzugerufene Notarzt konnte letztendlich nur noch den Tod des Amazon-Arbeiters feststellen. „Nach dem Vorfall wurden alle gezwungen, wieder an die Arbeit zu gehen“, erzählt ein Lagerarbeiter aus der Schicht über die Stunden nach dem tragischen Vorfall. „Im Grunde genommen beobachtet man einen Mann, wie er stirbt und wird dann aufgefordert, wieder zur Arbeit zu gehen und so zu tun, als wäre alles in Ordnung.“

Wie jetzt bekannt wurde, soll Billy Foister eine Woche vor seinem Tod die eigene AmCare-Klinik des Lagers aufgesucht und über Schmerzen in Kopf und Herz geklagt haben. Nach Angaben seines Bruder wurde ihm lediglich mitgeteilt, er sei dehydriert. Nach zwei Getränken wurde er zurück an die Arbeit geschickt. „Es gab keinen Grund für meinen Bruder zu sterben“, so der Vorwurf von Edward Foister. „Er ging zu AmCare und klagte über Brustschmerzen. Er hätte ins Krankenhaus geschickt werden sollen, nicht zurück zur Arbeit, nur um Dinge wie Zahnpasta in einen Behälter zu legen, damit jemand sie in einer Stunde bekommen kann“, sagte er weiter. „Es scheint, dass Amazon Geld viel mehr schätzt als das Leben. Wenn sie ihren Job richtig gemacht hätten, hätte ich meinen kleinen Bruder nicht begraben müssen.“

Amazon wehrt sich gegen die Vorwürfe

Inzwischen hat sich auch der beschuldigte US-Konzern zu Wort gemeldet und betont, Billy Foister habe „innerhalb von Minuten“ erste Hilfe erhalten und sei nicht im Amazon-Lager gestorben. „Der Tod des Mitarbeiters fand nicht in der Einrichtung statt. Der Mitarbeiter erlebte ein medizinisches Problem (Herzinfarkt) und verlor das Bewusstsein. Mehrere geschulte Teammitglieder reagierten und leisteten erste Hilfe, bis die lokalen Notfallhelfer innerhalb weniger Minuten eintrafen und die Arbeit übernahmen. Der Mitarbeiter wurde dann zur weiteren Behandlung in ein örtliches Krankenhaus gebracht, wo er später für tot erklärt wurde“, erklärt ein Amazon-Sprecher in einer E-Mail.

Wie es scheint, hab das betroffene Amazon-Lager schon früher Erfahrungen mit derartigen Notfällen gehabt. Zwischen Januar und März 2019 sollen 28 Notrufe aus dem Fulfillmentcenter getätigt wurden sein, fünf davon betrafen Arbeitsunfälle und weitere fünf standen in Zusammenhang mit Selbstmordgedanken der Mitarbeiter.

/ Geschrieben von Corinna Flemming





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