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Es knirscht im Getriebe von Amazon: Der Online-Händler verärgert seine Prime-Kunden aktuell mit deutlichen Lieferverzögerungen, hat aber Ausreden parat.

Pakete auf Schnecke
Wpadington / Shutterstock.com

Ausgerechnet im so wichtigen Weihnachtsgeschäft zieht Amazon aktuell den Zorn vieler Kunden auf sich. Grund sind die Lieferschwierigkeiten, die der Online-Händler aktuell vor allem in den USA hat und Prime-Kunden auf die Palme bringt. Die bezahlen eigentlich extra dafür, ihre Bestellungen zügig in den Händen halten zu können. Ein Blick auf Facebook zeigt allerdings, dass viele Nutzer zurzeit nicht viel von der angepriesenen Ein-Tages-Lieferung spüren und beschweren sich unter einem Video, was ausgerechnet den schnellen Prime-Versand im Jahr 2019 lobt, über die Lieferprobleme.

„Ich bin so froh, dass ich für Prime bezahle, damit es 6-7 Tage dauert, bis Produkte auf Lager ankommen“, heißt es von einem User. „Ich kann bei Target oder Walmart kostenlos bestellen und habe meine Bestellung in 2 Tagen.“ Ein anderer fragt: „Wie könnt ihr weiterhin sagen, eine eintägige Lieferung anzubieten? Hier gibt es offensichtlich ein Problem.“

Amazon redet sich mit Wetterkapriolen raus

Unterdessen hat sich der US-Konzern in einem Statement gegenüber Redcode zu den Lieferverzögerungen geäußert. „Wir hatten einen rekordverdächtigen Start in die Weihnachtszeit und an Spitzeneinkaufstagen variieren die Lieferzeiten und können länger als normal betragen, abhängig vom Auftragsvolumen und den vorhandenen Lieferkapazitäten in bestimmten Gebieten“, so ein Amazon-Sprecher. Nun lässt sich natürlich argumentieren, dass die hochfrequentierte Weihnachtszeit nicht überraschend für Amazon kommt und sich der Online-Händler entsprechend vorbereiten kann.

Neben dem hohen Bestellaufkommen liefert Amazon aber noch einen anderen Grund für die aktuellen Zustellprobleme: „Die Winterstürme, die zeitgleich einen Großteil des Landes heimsuchten, verlängerten zusätzlich die Lieferzeiten in einigen Gebieten. Wir werden direkt mit Kunden zusammenarbeiten, die ein Problem mit ihrer Lieferung haben.“

„Ein-Tages-Lieferung“ bedeutet nicht Lieferung innerhalb eines Tages

Neben Facebook hagelt es aktuell auch auf Twitter Beschwerden. Nachdem ein Prime-Nutzer die langen Lieferzeiten bemängelte, wurde ihm von einem Amazon-Angestellten erklärt, dass die versprochene Ein- bzw. Zwei-Tages-Lieferung ab dann beginnt, wenn ein Artikel das Lager verlässt und nicht ab dem Zeitpunkt der Bestellung. Ein Fakt, den der US-Konzern gerne unter den Tisch fallen lässt, wenn es diesen Service bewirbt. „Netter Versuch von Amazon, mir zu erklären, dass der Artikel, auf den ich seit über einer Woche warte, gar nicht verspätet ist, weil der zweitägige Prime Versand sich nur darauf bezieht, sobald es versendet wurde“, so der Kommentar eines Nutzers.

/ Geschrieben von Corinna Flemming


Kommentare

#3 norbert 2020-01-17 16:14
dann muss bei meiner bestellung seit mitte november 2019 schlechtwetter bei Amazon Deutschland sein.
#2 Peter 2019-12-16 08:21
Nun ja - wenn als Händler auf Amazon unterwegs, bist du bei solchen Problemen sofort gesperrt.. und darfst dann zig Maßnahmenpläne abgeben, um das "Problem" zukünftig in den Griff zu bekommen - auch wenn es ehrenhafte und gute Pläne sind, die auch umfassend umgesetzt sind und man dennoch in Probleme reinläuft, da die Versanddienstle ister DHL, DPD und CO einfach zu kurz geplant haben - seit mehr als 10 Jahren - ist man als Händler dennoch schuldhaft dran und "man soll sich doch gefälligst um einen validen und seriösen Dienstleister kümmern".... was geht denn mehr als DHL???? Als Händler alles eingehalten - Versand innerhalb von 24 Std (Bestellungen bis 17 Uhr sogar am gleichen Tag)...
Aber Amazon selbst..... naja - so vergleichbar sind die Metriken dann aus Sicht von Amazon selbst und da muss man auch noch für den Service (per Prime) extra zahlen als Endkunde - wir machen das ohne Mehrkosten .....
Ein frustrierter Händler!
#1 Chris 2019-12-15 17:33
Bitte macht doch in der Überschrift deutlich, dass es um die Situation in den USA geht. Außerdem wäre die Situation in Deutschland natürlich auch interessant.



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