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Amazon-Angestellte kritisieren die Klimapolitik ihres Arbeitgebers und werden daraufhin unter Druck gesetzt. Drei Mitarbeiter erheben jetzt Vorwürfe.

Frau vor Bildschirm
KieferPix / shutterstock.com

Klimaschutz bleibt in mehrfacher Hinsicht ein heißes Thema bei Amazon: Das Unternehmen hatte in jüngster Zeit seine Maßnahmen in diese Richtung verstärkt, unter anderem mit der Initiative „The Climate Pledge“, bei der Jeff Bezos bis 2040 CO2-neutral werden will. Doch die Kommunikation darüber will der Online-Riese selbst in der Hand behalten und setzt umweltengagierte Angestellte unter Druck, berichten cnbc und die – Jeff Bezos gehörende – Washington Post.

Amazon droht mit Kündigung

Dabei geht es um Mitglieder der Gruppe „Amazon Employees for Climate Justice“, die sich besonders für Klimaschutz einsetzt. Amazon soll die betroffenen Mitarbeiter auf Verstöße gegen die externe Kommunikationspolitik hingewiesen und auch mit einer möglichen Kündigung gedroht haben. Die User-Experience-Designerinnen Maren Costa und Emily Cunningham sowie Jamie Kowalski, ein Software-Entwicklungsingenieur, hatten im vergangenen Oktober Amazons Umweltpolitik kritisiert und seien daraufhin von einem Amazon-Anwalt kontaktiert worden. In dem Schreiben sollen „formelle Korrekturmaßnahmen bis hin zur Kündigung des Arbeitsverhältnisses“ genannt worden sein. 
 
„Es war beängstigend, in ein solches Treffen gerufen zu werden und dann eine Folge-E-Mail zu erhalten, in der es hieß, dass ich gefeuert werden könnte, wenn ich weiterhin den Mund aufmache“, berichtet Maren Costa über das Vorgehen Amazons.„Aber ich habe mich zu Wort gemeldet, weil ich mich vor dem Schaden fürchte, den die Klimakrise bereits verursacht, und ich fürchte um die Zukunft meiner Kinder.“ Die Gruppe „Amazon Employees for Climate Justice“ hatte unter anderem Amazons Zusammenarbeit mit Öl- und Gasunternehmen sowie Klimawandel-Leugnern kritisiert.
 
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So können Amazon-Mitarbeiter sich öffentlich äußern

Amazon hatte erst im September seine Richtlinien bezüglich der öffentlichen Äußerungen von Mitarbeitern geändert. Demnach sollen die Angestellten über eine interne Webseite eine Anfrage stellen können, wenn sie sich öffentlich als Mitarbeiter äußern wollen, eine Genehmigung könne aber bis zu zwei Wochen dauern. Zuvor mussten sie eine solche Genehmigung via E-Mail beim Vice President beantragen. Jaci Anderson, eine Sprecherin von Amazon, verwies außerdem darauf, dass die Mitarbeiter „Verbesserungen der Arbeitsweise über interne Kanäle vorschlagen können“.

 
/ Geschrieben von Markus Gärtner