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Amazon feilt stets und ständig an seinem Image und nimmt immer wieder Millionen in die Hand, um sich für die Öffentlichkeit in bestem Licht darzustellen. Da dürfte es dem Konzern gewaltig aufstoßen, wenn er – wie aktuell der Fall – mit den Umtrieben rechtsradikaler Strömungen in Verbindung gebracht wird.

Amazon Logo auf schwarzem Grund

(Bildquelle latenightnonsense_amazon_logo: Adrienne Third via Flickr.com, bestimmte Rechte vorbehalten)

 Der amerikanische Modedesigner Calvin Klein sagte einmal: „Das Wichtigste ist das Image und das ist schwerer zu kreieren als eine Kollektion.“ Recht hatte er. Denn in vielen Fällen zeigt sich: Geld allein reicht oftmals nicht, um sich beim breiten Publikum beliebt zu machen. Auch bei den größten Unternehmen der Online-Branche läuft immer mal etwas schief. Wenn jedoch ein Konzern mit rechtsradikalen Aktivitäten in Verbindung gebracht wird, dürfen das auch Großunternehmen wie Amazon nicht auf die leichte Schulter nehmen.

Amazon: Affiliate Programm nützt rechten Bestrebungen

Es ist ein Vorwurf, der schwer wiegt, obwohl (oder vielleicht gerade weil) er nicht ganz neu ist. Großkonzerne wie Amazon und Paypal sollen Rechtsradikale unterstützen. Unterstützen nicht, indem sie entsprechenden Personen und Organisationen aktiv unter die Arme greifen, sondern auf passivem Wege: durch das viel genutze und beliebte Affiliate Programm.

Ein Beispiel, mit dem die Süddeutsche die Vorwürfe verdeutlicht: Die Internetseite counter-currents.com (zu Deutsch: die Gegenströmung) verbreitet die Ideologie seines Betreibers und strebt dabei gegen Multikulturalismus und für eine „kulturelle Hegemonie der Weißen“. Die Verbreitung solcher rechtsgerichteten Inhalte wird von Amazon insofern unterstützt, da die Website die Vorzüge des Amazon Affiliate Programms nutzt. Sprich: Lassen sich Besucher der Seite von den dort platzierten Links zu Amazon weiterleiten und tätigen sie dort einen Kauf, so erhält counter-currents.com eine Provision als Vermittler.

Rechtsextreme werden mit Tausenden Dollar gefördert

Alles in allem soll das Geschäft für die rechtsgerichtete Seite so erfolgreich laufen, dass (nach Angaben aus dem Jahr 2012) am Ende eines jeden Monates im Schnitt 200 US-Dollar herausspringen. Nach Informationen der Washington Post sollen zwischen 2010 und 2012 auf diese Weise sogar über 5000 US-Dollar zusammengekommen sein. Im Zuge einer Erweiterung und Umstrukturierung im Affiliate Programm ist davon auszugehen, dass die Einnahmen heute deutlich höher liegen als noch vor ein paar Jahren.

Bei dem hier genannten Beispiel soll es sich keineswegs um einen Einzelfall handeln. Neben der genannten Website soll es noch zahlreiche weitere rechte Interessengruppen geben, die Affiliate nutzen, um das eigene Konto aufzufüllen.

Amazon Affiliate: Vertrauen ist gut, Kontrolle unmöglich

Wie die Süddeutsche weiter berichtet, hat sich Amazon Deutschland zum Thema geäußert: Grundsätzlich erfolge die Teilnahme am Affiliate Programm durch einen Selbstregistrierungsprozess. In den entsprechenden AGB ist zwar aufgeführt, dass die Vermarktung „diskriminierender Produkte“ oder „diskriminierende Praktiken“ verboten sind, dennoch ist es wohl (nicht in Deutschland und erst recht nicht in den USA) möglich, alle Anmeldungen zu kontrollieren. „Wenn wir über Teilnehmer am Partnerprogramm informiert werden, die möglicherweise nicht im Einklang mit diesen AGBs sind, so überprüfen wir dies umgehend und leiten gegebenenfalls entsprechenden Maßnahmen ein“, ließ Amazon weiter verlauten.

Auch Paypal steht in der Kritik

Neben dem Affiliate Programm von Amazon stehen auch andere Vorkommnisse oder auch Unternehmen wie zum Beispiel PayPal im Kreuzfeuer der Kritik. Obwohl sich die Branchenriesen zumeist ausdrücklich gegen Diskriminierung, Intoleranz und Rassismus stellen, bleibt es nicht aus, dass sie unwissentlich eben jene Strömungen und Ambitionen fördern.

So unterstütze Paypal rechte Websites, indem über den US Payment-Dienst Spendengelder eingenommen werden. Natürlich profitiert auch der Konzern selbst davon, da er mit jeder Transaktion Einnahmen verbuchen kann. Insgesamt sollen etwa 70 rassistische Gruppen so ihre finanziellen Geschäfte über Paypal abwickeln.

Die aktuellen Vorwürfe sind indes nicht neu und werden von Zeit zu Zeit immer wieder einmal laut. Dennoch hat sich bis jetzt noch nichts an Amazon und seinem Affiliate Programm getan. Auch Paypal blieb ob der Kritik bisher anscheinend untätig. Ob und wann sich das ändert, bleibt abzuwarten.

/ Geschrieben von Tina Plewinski


Kommentare

#1 Ohne Namen - Anonym 2015-03-20 08:53
Da ich selbst auch im Affiliate-Marke ting tätig bin, denke ich, dass dieser Artikel für Amazon ausreichen sollte, um die Partnerschaft mit dieser Seite zu kündigen. Aber manchmal müssen Unternehmen eben auch darauf aufmerksam gemacht werden. Bekanntlicherwe ise ändern sich ja Webseiteninhalt e auch mal.

Zu der Kritik an Paypal kann ich nur sagen: Viele Wege führen nach Rom. Wenn Gelder fließen sollen, dann fließen sie auch - ob über Paypal oder per Banküberweisung . Das ist wohl nicht zu vermeiden.



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