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Frankreichs Wirtschaftsminister Le Maire kritisiert Amazon: Das Unternehmen soll seine Mitarbeiter zur Arbeit drängen – auch wenn diese aus Angst vor dem Virus zu Hause bleiben wollen. Mitarbeiter eines Amazon-Lagers bei Orleans fordern die Schließung.

Bruno Le Maire
Frederic Legrand - COMEO / shutterstock.com

Einerseits profitiert Amazon durch die steigenden Online-Bestellungen vom Coronavirus, andererseits greift die Pandemie auch die Struktur des E-Commerce-Riesen an. Die ersten Coronafälle bei Mitarbeitern in spanischen und US-amerikanischen Verteilzentren sind aufgetreten. Amazon steht dort wegen des vermeintlich nachlässigen Umgangs mit der Gefahr bereits in der Kritik: Die spanischen Logistiklager wurden einfach weiter betrieben, in den USA klagten Mitarbeiter unter anderem über unzureichenden Schutz vor dem Coronavirus. 

Le Maire zu Amazon: „Dieser Druck ist inakzeptabel“

Auch in Frankreich haben Mitarbeiter und Gewerkschaften sich über Druck und fehlende Schutzmaßnahmen von Amazon beschwert, wie der Radiosender France Inter berichtet. Der Vorwurf: Amazon drohe den Mitarbeitern in den Lagern mit Verdienstausfall, wenn diese aus Angst vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu Hause blieben. Auch der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire (siehe Bild) hat sich eingeschaltet und wettert gegen Amazon: „Dieser Druck ist inakzeptabel, und wir werden es Amazon wissen lassen“. 

Proteste in Saran: Amazon-Mitarbeiter fordern Schließung

Im Amazon-Lager Saran bei Orleans protestierten rund 300 Mitarbeiter gegen die Bedingungen und forderten eine Schließung des Amazon-Zentrums, wie Reuters berichtet. „Wir fühlen uns wirklich unsicher und ich habe Kollegen, die mit Angst zur Arbeit erscheinen“, sagt Richard Vives von der Gewerkschaft CAT. Laut dem Gewerkschafter Julien Vincent befänden sich 30 bis 40 Prozent der französischen Amazon-Mitarbeiter in den Verteilzentren derzeit nicht auf Arbeit – entweder aus Angst vor dem Virus oder weil sie ihre Kinder betreuen müssen.

Amazon sucht in Frankreich nach Zeitarbeitern und bietet an, auch die Löhne in der Coronakrise zeitweise erhöhen, heißt es. Amazon verweist bei allen Vorwürfen zur Coronagefahr außerdem stets darauf, dass die Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter oberste Priorität hätten. Man halte sich strikt an die Empfehlungen und Richtlinien der Regierung bzw. der Behörden.

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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