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Amazon stoppt die Zwei-Dollar-Lohnerhöhung in der Coronakrise wieder – dabei bleiben die Gefahren durch das Virus weiter bestehen. Die Mitarbeiter in den US-Logistikzentren sind sauer.

US-Dollar
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Corona bleibt – der Lohn geht: Amazon lässt seine Gehaltserhöhung von zwei US-Dollar pro Stunde während der Coronapandemie planmäßig auslaufen, Mitarbeiter in den USA üben Kritik daran, wie Business Insider berichtet. Auch andere „Danke“-Maßnahmen liefen schief.

Amazon kassiert Lohnerhöhung wieder ein

Amazon hatte kurz nach Beginn der Coronapandemie im März den Lohn seiner Logistik-Mitarbeiter weltweit von 15 auf 17 US-Dollar pro Stunde erhöht. Außerdem konnten sich Mitarbeiter, die Angst vor einer Ansteckung hatten, zunächst unbezahlt freistellen lassen und zu Hause bleiben. Mit diesen Benefits ist jetzt wieder Schluss – dabei steckt die Welt noch mitten drin in der Pandemie und gerade die USA sind mit rund 1,8 Millionen bestätigten Fällen und mehr als 105.000 Toten das mit am meisten betroffene Land.

„Wir wollen den Lohn, bis die Masken verschwinden.“

Viele Mitarbeiter in den US-Verteilzentren fürchten eh schon das Ansteckungsrisiko und kritisieren den ihrer Meinung nach unzureichenden Schutz – jetzt verlieren sie auch noch das kurzfristig erlangte Geld. „Es bringt mich um, dass sich das Unternehmen nicht darum kümmert, was eine Lohnkürzung für die Moral bedeutet“, sagte ein anonymer Arbeitnehmer aus South Carolina gegenüber Business Insider. „Fast alle sind sehr enttäuscht und verärgert“, meint ein Mitarbeiter aus Indiana. „Wir wollen den Lohn, bis die Masken verschwinden.“ Ein weiterer Amazon-Angestellter sagt: „Unter den gegenwärtigen Umständen sollten sie den Lohn eigentlich erhöhen, anstatt ihn wegzunehmen.“

Darum stoppt Amazon die Corona-Zulage

Amazon erklärte, dass es seit Beginn der Pandemie bereits rund 800 Millionen US-Dollar zusätzlich an seine Mitarbeiter ausgezahlt habe. „Mit der Stabilisierung der Nachfrage sind wir zu unserem branchenführenden Anfangslohn von 15 US-Dollar pro Stunde zurückgekehrt. Wir sind stolz darauf, dass unser Mindestlohn selbst nach den vorübergehenden Anhebungen der letzten Monate mehr ist als das, was die meisten anderen bieten“, erklärte eine Sprecherin.

Schon zwischendurch zog Amazon Kritik auf sich, als es statt der Lohnerhöhung die Mitarbeiter mit „Danke“-Shirts abspeisen wollte, wie der Standard berichtete. Mittlerweile gibt es in den Amazon-Lagern in den USA mindestens acht Corona-Todesfälle, die Anzahl der Infizierten ist unklar, Amazon gibt dazu keine Zahlen bekannt. Eine Gruppe von Amazon-Mitarbeitern in New York hat gerade erst Klage wegen eines Corona-Todesfalles eingereicht.

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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