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Hin und Her um TikTok: Amazon untersagt seinen Mitarbeitern erst die Nutzung der Social-Video-App, erlaubt sie dann aber doch wieder. 

TikTok Menschen
kovop58 / shutterstock.com

Die App TikTok boomt und verzeichnete im vergangenen Jahr die Marke von insgesamt zwei Milliarden Downloads. Nutzer erstellen zu Musik mehr oder weniger witzige Videoclips, die die Zuschauer dann fließbandartig konsumieren können. Der Spaß hat aber auch eine sehr ernste Seite: TikTok muss immer wieder mit Vorwürfen kämpfen, dass die Daten der Nutzer nicht ausreichend geschützt bzw. weitergegeben werden. Viele Unternehmen und Behörden – wie etwa auch die deutsche Bundeswehr – untersagen daher ihren Mitarbeitern die Nutzung auf Dienstgeräten bzw. während der Arbeit.

Darum sollten Amazon-Mitarbeiter TikTok löschen

Das hatte Amazon wohl auch vor – aber irgendwie nicht ganz durchdacht, wie es den Anschein macht. Denn der E-Commerce-Riese bat seine Mitarbeiter in einer internen Mitteilung erst, die App auf ihren Smartphones zu löschen, wie die FAZ berichtet. Es würde dabei um „Sicherheitsrisiken“ gehen, hieß es laut anonymen Quellen. Sollten die Mitarbeiter die App nicht löschen, so würde Amazon den mobilen Zugriff auf die Arbeitsmails sperren. 

Kurz danach hieß es allerdings: Kommando wieder zurück – die Mitarbeiter-Mail sei nur versehentlich verschickt worden, es gebe keine Änderungen im Umgang mit TikTok, erklärte Amazon.

Indien hat TikTok bereits verboten, USA prüft

Was genau dahintersteckt, darüber lässt sich nur spekulieren. Möglicherweise hat Amazon aber ein derartiges TikTok-Verbot bereits in petto, um möglichst schnell zu reagieren, sollte das zu dem chinesischen Unternehmen ByteDance gehörende Netzwerk weiter ins Feuer geraten. Denn derzeit prüft die USA ein mögliches Verbot der App, Indien – mit einer riesigen TikTok-Nutzergruppe – hat die App bereits gesperrt. Ein immer wiederkehrender Vorwurf: Via TikTok würden Nutzerdaten an die chinesische Regierung weitergegeben. Das wäre auch im Hinblick auf Amazons größten Konkurrent Alibaba, der den chinesischen Machthabern ebenfalls nahe stehen soll, besonders brisant.

Zuletzt fielen TikTok-Nutzer in den USA auf, weil sie mit verschiedenen Aktionen gegen US-Präsident Trump Stimmung machten. In Deutschland wird die App auch für Unternehmen, die junge Zielgruppen erreichen wollen, immer wichtiger, wie OnlinehaendlerNews an den Beispielen von Zalando und Otto zeigt.

/ Geschrieben von Markus Gärtner


Kommentare

#1 Frank Pfaffner 2020-07-13 14:50
Gewohnt pfiffig und knackig auf den Punkt gebracht Herr Gärtner, schöne Schreibe.



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