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In den USA gehen Anwälte gegen Amazon, Google, Microsoft und FaceFirst vor: Sie werfen den Unternehmen vor, dass diese unerlaubt Nutzer-Bilder einer IBM-Datenbank zur Verbesserung ihrer Gesichtserkennungs-Technologie angewendet haben.

Mann mit Gesichtserkennung
Artem Oleshkon / shutterstock.com

Der Biometric Information Privacy Act (BIPA) des US-Bundesstaates Illinois soll dessen Bürger vor der unrechtmäßigen Nutzung ihrer biometrischen Daten schützen. Dieses Bundesgesetz sollen Amazon und andere Tech-Firmen gebrochen haben und müssen sich nun einer Klage stellen, wie Techcrunch berichtet.

Amazon und Co. sollen unerlaubt Bilder aus IBM-Datenbank genutzt haben

Die beiden Anwaltskanzleien Loevy & Loevy und Carlson Lynch haben in Kalifornien und Washington Klage gegen Amazon, Microsoft und FaceFirst eingereicht. Sie vertreten zwei Bürger aus Illinois, die Bilder ihrer Gesichter in der IBM-Datenbank „Diversity in Faces“ gefunden haben – jedoch ohne ihre nötige Zustimmung. Die dort angebotenen Bilder sollen unter anderem aus mehr als 100 Millionen Creative-Commons-lizenzierten Bildern des Fotodienstes Flickr stammen. Mit Bildern dieser Datenbank trainieren Tech-Unternehmen die Algorithmen ihrer jeweiligen Gesichtserkennungs-Technologie, die bei Amazon Rekognition heißt.

Den jeweiligen Firmen wird vorgeworfen, „unrechtmäßig die biometrischen Identifikatoren und Informationen der Kläger Vance und Janecyk und aller anderen in Illinois ansässigen und in ähnlicher Lage befindlichen Personen und Bürger [...] gesammelt, beschafft, gespeichert, verwendet, besessen und daraus Gewinn gezogen zu haben“, wie es in der Klageschrift gegen Microsoft heißt. Die Kanzleien streben ihrerseits zusätzlich eine Sammelklage in Illinois an. Die Kläger fordern 5.000 US-Dollar pro Rechtsverletzung, eine einstweilige Verfügung, die die Nutzung der Daten untersagt, sowie die Löschung der Daten.

Facebook musste bei Sammelklage 550 Mio US-Dollar zahlen

Doch es kann auch um deutlich größere Summen gehen: Facebook musste bei einem ähnlichen Fall in diesem Jahr rund 550 Millionen US-Dollar zur Beilegung einer solchen geplanten Sammelklage zahlen.

Amazons Gesichtserkennungs-Technologie Rekognition steht ohnehin weiter in der Kritik. Wegen der Proteste nach dem Tod von George Floyd und dem zunehmenden Druck hat Amazon die Kooperation in Sachen Gesichtserkennung mit der US-Polizei für ein Jahr auf Eis gelegt.

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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