Amazons neuer Apotheken-Service könnte auch in Deutschland gut ankommen.

Apotheke: Viele Tabletten auf einem Tisch
Tibor Duris / Shutterstock.com

Für viele Apotheken dürfte es ein Schlag in die Magengrube sein, für Amazon ist es ein weiterer Schritt in Richtung allumfassendem Service: Erst vor einer Woche hatte der Konzern den Start seiner neuen Online-Apotheke Pharmacy auf dem US-amerikanischen Heimatmarkt bekannt gegeben. Mithilfe des neuen Dienstes können sich Kunden dort verschreibungspflichtige Medikamente liefern lassen – unter Angabe ihrer Versicherungs- und Zahlungsdaten. Amazon verspricht dabei eine kostenlose Lieferung innerhalb von zwei Tagen und Rabatte von bis zu 80 Prozent Rabatt auf Generika.

Und obwohl ein potenzieller Start von Amazons Online-Apotheke noch in den digitalen Sternen steht, scheinen sich die deutschen Kunden durchaus interessiert zu zeigen. Wie der Hamburger Marktforscher Appinio nun berichtet, zeigt eine aktuelle Umfrage unter 1.000 Personen in Deutschland zwischen 16 und 65 Jahren, dass sich eine deutliche Mehrheit vorstellen kann, rezeptfreie Medikamente künftig bei Amazon zu kaufen.

62 Prozent der Deutschen sagen Ja zu rezeptfreien Medikamenten via Amazon

In konkreten Zahlen ausgedrückt heißt das: 62 Prozent der Befragten gaben an, sich sehr wahrscheinlich (38 Prozent) oder eher wahrscheinlich (24 Prozent) vorstellen zu können, rezeptfreie Medikamente beim Online-Riesen Amazon zu kaufen. Etwas geringer liegt die Quote bei verschreibungspflichtigen Medikamenten, nämlich bei einem Wert von 49 Prozent, also knapp jeder Zweite. 

Durchaus interessant dabei ist auch, dass die Wahrscheinlichkeit eines Medikamente-Kaufs bei Amazon von männlichen und weiblichen Kunden unterschiedlich angenommen wird: Demnach zeigen sich Männer mit 53 Prozent dem neuen Service etwas offener gegenüber als Frauen (46 Prozent).

Je jünger die Kunden, desto größer die Akzeptanz bei rezeptpflichtigen Medikamenten

„Die größte Bereitschaft für den Kauf von rezeptpflichtigen Medikamenten auf Amazon haben 35- bis 44-Jährige (57 Prozent)“, heißt es bei Appinio weiter. Bei den etwas älteren Generationen, also in der Altersgruppe der 55- bis 65-Jährigen, scheint die Skepsis jedoch deutlich zu überwiegen, sodass sich signifikant weniger Kunden vorstellen können, rezeptpflichtige Medikamente bei Amazon zu kaufen: Hier liegt der Anteil bei lediglich 36 Prozent, also etwa nur jedem Dritten. Zumindest bei den rezeptfreien Arzneien sieht die Quote aber schon besser aus: Hier liegt sie bei 51 Prozent.

/ Geschrieben von Tina Plewinski

Kommentare

#2 Netzer 2020-11-30 11:29
Für rezeptfreie Medikamente, nur das ist möglich - rezeptpflichtig e sind preisgebunden, braucht es kein Amazon. Das Angebot ist heute schon da. Am günstigsten, wenn man zuerst die Preissuchmaschi nen verwendet und von dort aus bei mehreren Artikeln jeden davon einzel in den Warenkorb eines Anbieters legt. Direkt über die Homepage eines Anbieters wird es wesentlich teurer.
#1 Klaus Delacroix 2020-11-30 08:13
Dann kennt Amazon auch noch die Krankheiten seiner Kunden....



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