Sind Amazons Mitarbeiter in Zeiten von Corona ausreichend geschützt? Diese Frage wird nun auch auf rechtlichem Parkett nachgegangen.

 

Amazon-Mitarbeiter in einem Logistiklager schiebt einen Wagen
angelo gilardelli / Shutterstock.com

Der US-Bundesstaat New York hat Klage gegen den Online-Riesen Amazon eingereicht. Der Grund: Amazon habe demnach gegen geltendes Arbeitsrecht des Staates verstoßen und es versäumt, in den vergangenen Monaten ein sicheres Arbeitsumfeld zu schaffen sowie seine Mitarbeiter ausreichend vor dem Coronavirus zu schützen, schreibt Heise Online mit Verweis auf Aussagen der New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James.

Doch nicht nur vermeintlich unzureichende Schutzmaßnahmen werden dem Konzern im Rahmen der Klage vorgeworfen. Amazon habe laut den Anschuldigungen „Mitarbeiter widerrechtlich gefeuert und diszipliniert“. Dabei stünden besonders jene Mitarbeiter im Fokus, die sich zuvor kritisch gegenüber den Arbeitsbedingungen geäußert hatten. „Amazon hat den Profit über die Menschen gestellt“, wird Letitia James außerdem zitiert.

Staatsanwältin James hat Amazons Schutzmaßnahmen schon länger im Blick

Wie der Guardian berichtet, hatte James bereits im März des vergangenen Jahres eine Untersuchung gegen Amazon eingeleitet, nachdem es Beschwerden über mangelnde Schutzmaßnahmen für die Mitarbeiter gab. Im Rahmen dieser Untersuchung seien insbesondere zwei New Yorker Logistikeinrichtungen mit einer Teamgröße von insgesamt 5.000 Mitarbeitern in den Fokus gerückt worden: eine in Queens, die andere in Staten Island – beide Standorte hätten zum Zeitpunkt der Kritik im Zentrum der US-amerikanischen Pandemie gelegen. Jene Untersuchungen hätten gezeigt, dass Amazon mit seinen Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen gegen das Recht im US-Bundesstaat verstieß. 

Amazon selbst hatte in der Vergangenheit immer wieder darauf verwiesen, wie wichtig der Schutz der eigenen Angestellten sei. Zu Beginn der Pandemie hatte der Konzern angekündigt, große Investitionen in Schutzmaßnahmen zu tätigen. Als dann im Herbst 2020 die Bilanz zum dritten Quartal präsentiert wurde, sprach das Unternehmen in seinem Bericht etwa von „Kosten in Höhe von etwa vier Milliarden Dollar, die mit Covid-19 zusammenhängen“.

Amazon wollte Klage verhindern

Ganz überraschend kommt die Klage gegen Amazon nicht. Bereits in der vergangenen Woche sei Amazon laut Heise vor Gericht gezogen: mit dem Ziel, die Klage durch Generalstaatsanwältin Letitia James zu verhindern. Dabei kritisierte der Konzern, dass James ihre Befugnisse überschreite und ihr eine „Regulierung der Arbeitsplatzsicherheit“ nicht zustehe, heißt es weiter.

/ Geschrieben von Tina Plewinski




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