Die AWS-Managerin Charlotte Newman klagt gegen Amazon wegen rassistischer Diskriminierung und ungleicher Bezahlung.

 

Mann und Frau vor Münzhaufen
Hyejin Kang / Shutterstock.com

Charlotte Newman arbeitet seit rund vier Jahren bei Amazon Web Services (AWS) und ist mittlerweile Senior Manager. Sie soll aber schlechter bezahlt worden sein und musste rassistische Diskriminierung und sexuelle Belästigung erdulden – weil sie Schwarz ist, so der Vorwurf. Jetzt geht sie vor einem Bundesgericht in Washington gegen Amazon vor, wie Bloomberg berichtet.

Klage gegen Amazon: Herabstufung, ungleiche Bezahlung, sexuelle Belästigung

Newman startete als Public Policy Managerin bei AWS, obwohl sie sich für einen höheren Posten beworben hatte und dafür auch eher qualifiziert gewesen sei. Eine derartige Herabstufung schwarzer Mitarbeiter sei bei Amazon aber üblich, so der Vorwurf. Zudem sei sie für diese Stelle auch schlechter bezahlt als weiße Mitarbeiter und erst zweieinhalb Jahre später befördert worden. Darüber hinaus soll sie von Kollegen mehrfach beleidigt worden sein: Ein leitender Angestellter habe sie an den Haaren gezogen, andere männliche Mitarbeiter hätten sie als „beängstigend“ bezeichnet und als „Gorilla“ beschimpft. Ein Vorgesetzter habe sie sexuell belästigt.

„Rassistische und sexuelle Diskriminierung gibt es nicht nur in den Lagern, sondern auch in den Büro-Fluren von Amazon – sie nimmt einfach eine andere Form an. Amazon hat es versäumt, sich im Management ernsthaft mit diesen Themen auseinander zu setzen“, heißt es in der Klageschrift. Darin wird auch kritisiert, dass es in Amazons Führungsebene kaum Schwarze oder Frauen gebe. 

Die 38-Jährige habe intern mehrfach auf die Vorfälle hingewiesen und auch andere Stellen eingeschaltet, unter anderem das Office of Human Rights in Washington, D.C. 

Das sagt Amazon zu den Vorwürfen

Amazon hat sich zu der Klage geäußert: „Wir dulden keine Diskriminierung oder Belästigung jeglicher Art und untersuchen alle Ansprüche gründlich und ergreifen entsprechende Maßnahmen. Wir untersuchen derzeit die neuen Anschuldigungen, die in dieser Klage enthalten sind“, erklärte ein Sprecher. Amazon arbeite daran, eine vielfältige und integrative Kultur zu fördern.

Die Vorwürfe der Klage werden untermauert durch eine gerade erst erschienene Analyse des Tech-Portals Recode. Darin wurden unter anderem ehemalige und aktuelle Amazon-Mitarbeiter, darunter Diversity Manager, befragt, die ebenfalls Rassismus und Diskriminierung bei Amazon kritisieren. 

Newmans Anwalt Douglas H. Wigdor geht bei Erfolg der Klage von einem möglichen Schadensersatz in Millionenhöhe aus. Die Anwaltskanzlei hat unter anderem auch Frauen in dem Skandal um den verurteilten Film-Produzenten Harvey Weinstein vertreten. 

Trotz der Klage wolle Newman aber weiter bei Amazon arbeiten, heißt es.  

/ Geschrieben von Markus Gärtner





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