Amazon ist bei der Fracht-Schifffahrt einer der größten Umweltsünder, wie eine Studie zeigt.

Frachtschiff mit Containern
GreenOak / Shutterstock.com

Online-Bestellungen von einem Ende der Welt zum anderen verursachen immense Folgekosten für die Umwelt. Auch Amazon ist dafür mitverantwortlich. Eine Studie der Umweltschutzorganisationen Pacific Environment und Stand.earth zeigt jetzt, wie groß der Anteil des Online-Riesen an der CO2-Verschmutzung durch die Fracht-Schifffahrt ist, wie The Verge berichtet.

Amazon auf Platz 7 der größten CO2-Sünder auf See

So hat Amazon im Jahr 2019 dadurch rund 391.000 Tonnen an CO2-Emissionen verursacht – damit ist das Unternehmen auf Platz Sieben der fünfzehn größten aufgeführten Luftverschmutzer in dem Bereich. Noch schlimmer sind die Konkurrenten aus dem US-Handel: An der Spitze liegt Walmart, auf Platz Drei die Kette Target. Alle 15 untersuchten Unternehmen haben demnach 2019 durch die Seewege insgesamt so viel Schadstoffe zu verantworten wie 1,5 Millionen US-amerikanische Haushalte in einem Jahr. Auch andere Umweltschützer hatten Amazon bereits die Verschmutzung der Weltmeere vorgeworfen – wegen des Verpackungsmülls auf See.

Dabei könnten die Werte aus verschiedenen Gründen sogar noch größer sein. Einerseits konnten die Studienmacher gar nicht alle Frachtfahrten überprüfen, weil diese teils unter anderen Namen als dem der Muttergesellschaft durchgeführt wurden. Auch die Rückfahrten der Schiffe nach dem Entladen ihrer Container wurden nicht einbezogen, zudem wurden nur US-Importe untersucht.

Umweltschützer fordern mehr Transparenz bei Schadstoffemissionen

„Dieser Teil der Schadstoffemissionen großer Firmen wurde noch nie wirklich untersucht. Und nachdem der Klimanotstand vor der Tür steht, denken wir, dass hier dringend mehr Transparenz nötig ist“, erklärt Madeline Rose, Hauptautorin der Studie. „Wenn wir die Emissionen der Seeschifffahrt nicht in den Griff bekommen, werden wir den Klimanotstand nicht lösen.“ Experten gehen aber davon aus, dass die Seeschifffahrt nur für rund drei Prozent der weltweiten Treibhausgasemissionen verantwortlich ist.

Amazon hat inzwischen dem Thema Umweltschutz mehr Gewicht beigemessen und verschiedene Projekte gestartet. Jeff Bezos will unter anderem mit der Initiative „Climate Pledge“ sein Unternehmen bis zum Jahr 2040 komplett CO2-neutral wirtschaften lassen.

/ Geschrieben von Markus Gärtner

Kommentare

#1 Werner Bobritz 2021-07-27 14:43
Sehr geehrter Herr Gärtner,

hier werden Waren transportiert, an deren Ende der Lieferkette ein Konsument steht, der dieses Produkt benötigt.
Die Seeschiffe fahren also nicht zum Vergnügen über die Weltmeere, sie "arbeiten" für unsere Versortung.
Ganz anders sieht es bei allen Kreuzfahrtschif fen aus, deren Emmisiionen deutlich höher sind und zum reinen Vergnügen die Umwelt verschmutzen. Es wäre deshalb wünschenswert, wenn wir mal zu einer objektiven Bewertung der "erforderlichen " Umweltbelastung kommen würden, anstatt nun Branchen und Unternehmen, die für die Versorgung
verantwortlich zeichnen, an den Pranger zu stellen. Dass Schiffe zukünftig einen anderen Antrieb benötigen, darüber besteht sicherlich Konsens, jedoch sind hier globals politische Rahmenbedingung en erforderlich. Dies wären die nach meiner Auffassung richtigen Ansprechpartner für Kritik, denn ja passierte in den letzten 10 Jahren nichts.



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