Die anvisierte Übernahme von MGM durch Amazon entwickelt sich langsam zur Odyssee. 

Logos von Amazon und Metro-Goldwyn-Mayer
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Die geplante Übernahme des berühmten Hollywood-Studios Metro-Goldwyn-Mayer (kurz: MGM) durch den Online-Riesen Amazon will nicht so recht zum Abschluss kommen. Nachdem bereits die neue Chefin der Handelskommission FTC, Lina Khan, angekündigt hatte, den Deal noch einmal ganz genau prüfen zu wollen, gibt es nun auch aus anderer Richtung Gegenwind.

Befürchtung: Wird Amazon durch den Deal zu mächtig?

Wie Caschys Blog mit Verweis auf den „Hollywood Reporter“ berichtet, hat sich der Gewerkschaftsbund „Strategic Organizing Center“ (SOC) mithilfe eines offenen Briefes gegenüber der Handelskommission FTC dafür ausgesprochen, die Übernahme von MGM durch Amazon zu stoppen. 

Falls der Deal durchgewunken würde, hätte er demnach eine „schädliche, vertikale Integration in der gesamten Filmindustrie“ zur Folge. Oder anders ausgedrückt: Die Übernahme würde Amazon auf dem Videostreaming- bzw. Video-on-Demand-Markt zu große Macht verleihen, so die Befürchtungen.

Auch aus der Politik kommt Kritik 

Der US-amerikanische Gewerkschaftsbund SOC, der sich gegen die potenzielle Übernahme stemmt, ist mit seiner Kritik nicht allein. Neben der bereits angesprochenen Handelskommission FTC, die zumindest Bedenken geäußert hatte, gibt es laut Caschys Blog auch Gegenstimmen aus der Politik und von anderen Gewerkschaften. 

Im Rahmen der Proteste bzw. Befürchtungen stehe allerdings nicht nur ein Stopp der Übernahme zur Debatte. Auch eine Abspaltung des Streaming-Dienstes Prime Video vom eigentlichen Mitgliedsabo Amazon Prime sei dabei von Kritikern angesprochen worden.

MGM bietet Amazon großen Mehrwert im Kampf gegen Netflix & Co.

Für Amazon dürfte die Übernahme von Metro-Goldwyn-Mayer grundsätzlich ein wichtiger Schritt sein, dessen Bedeutung sich unter anderem an der durchaus beachtlichen Summe zeigt, die Amazon für den Deal hingelegt hat: Dies liegt bei 8,45 Milliarden US-Dollar. Speziell mit Blick auf die Streaming-Konkurrenten Netflix oder auch Disney+ könnte das Hollywood-Studio dem Konzern einen großen Vorteil bringen: Denn durch Rechte an rund 4.000 Filmen und bekannten Produktionen wie „James Bond“ könnten das Sortiment von Prime Video nicht nur schlagartig aufpolstern, sondern zugleich auch attraktiver für die Zuschauer machen.

/ Geschrieben von Tina Plewinski