Mit Einstiegsprämien bis zu 3.000 Pfund möchte Amazon sich im Vereinigten Königreich die Arbeitskräfte für das Weihnachtsgeschäft sichern. Doch auch kleinere Händler benötigen dringend Arbeitskräfte.

Amazon Lagermitarbeiter
Frederic Legrand - COMEO / shutterstock.com

Um das Festtagsgeschäft bewältigen zu können, sucht Amazon jedes Jahr einen großen Pool von Saisonkräften. Auf dem deutschen Markt wurden hierfür jüngst 10.000 neue Stellen ausgeschrieben. In Großbritannien ist die Lage u.a. wegen des Brexits sogar noch angespannter. Laut dem Guardian würden hier 20.000 neue Mitarbeiter gesucht. Um diese auf dem aktuell angespannten britischen Personal-Markt für sich gewinnen zu können, greift Amazon in die Kasse und bietet Einstiegsprämien bis zu 3.000 Pfund an. Das verärgert nun andere britische Unternehmen, welche ebenfalls Saisonkräfte suchen, aber mit derlei Prämien nicht mithalten können. 

Konkurrenzdruck auf dem Arbeitsmarkt

Wegen der Auswirkungen des Brexits sind Arbeitskräfte in Großbritannien vielerorts Mangelware. Nun wo das Weihnachtsgeschäft ansteht, verstärkt sich diese Notlage noch. Ian Wright, Vorstandsvorsitzender der Food and Drink Federation, kommentierte gegenüber dem Guardian: „Es ist nicht so, als gäbe es da dieses große Sammelbecken an britischen Arbeitskräften, die nur darauf warten würden, dass um sie gekämpft wird. In vielen Regionen ist es unsagbar schwer, Weihnachts-Saisonkräfte zu finden.“ Die von Amazon gebotenen Prämien bezeichnet er überdies als „K.o.-Schlag für kleinere Unternehmen.“

Amazon bietet dabei je nach Region unterschiedliche Boni an. Die Höhe richtet sich wahrscheinlich u.a. nach Faktoren wie der Anzahl gesuchter Kräfte. Damit macht es Amazon anderen Händlern in eben jenen Regionen umso schwerer, die bereits wenigen verfügbaren Kräfte für sich zu gewinnen. 

Kunden sollen mit Kauf von Weihnachtsgeschenken nicht warten

Der Personalmangel in Großbritannien macht sich indes an vielen Stellen bemerkbar. Um der Situation Herr zu werden, wurden Maßnahmen ergriffen um hierfür das Militär oder auch Verbrecher zu rekrutieren. Dennoch warnen Händler eindringlich, mit Weihnachtseinkäufen nicht zu warten, denn eine Versorgungskrise sei nicht auszuschließen. 

So vermeldete die britische Supermarktkette Iceland gegenüber dem Guardian bereits jetzt eine gesteigerte Nachfrage nach gefrorenen Truthähnen. Andrew Opie, Leiter Lebensmittel und Nachhaltigkeit des British Retail Consortium, untermauerte dies wie folgt: „Es wird keine Probleme damit geben, ein Weihnachtsessen auf den Tisch zu bekommen. Jedoch wird sich die Auswahl hierfür wahrscheinlich reduzieren, in Anbetracht der reduzierten Arbeitskräfte.“ Gary Grant, Besitzer eines großen britischen Spielwarenhandels, sagte: „Wenn sie bereits wissen, was sie ihrem Kind kaufen wollen, dann rennen sie besser nicht im Dezember erst durch das ganze Land auf der Suche danach.“

/ Geschrieben von Ricarda Eichler

Kommentare

#1 BK 2021-10-20 15:27
Hallo liebe Autoren,

aus obigem Artikel: Müsste es statt
'Wegen den Auswirkungen des Brexits' nicht heißen:

'Wegen der Auswirkungen des Brexits' ?

***
Vielen Dank für den Hinweis!



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