Per Gerichtsbeschluss soll Amazon zu schärferen Corona-Sicherheitsmaßnahmen verpflichtet werden. Der Konzern soll die Vorkehrungen in mindestens einem US-Lager aufgeweicht haben.

Amazon-Warenlager
Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com

Mit einem Gerichtsbeschluss im Eilverfahren soll Amazon verpflichtet werden, die Sicherheitsvorkehrungen gegen das Coronavirus in den Warenlagern in den USA zu erhöhen. Die New Yorker Generalstaatsanwältin Letitia James hat einen entsprechenden Antrag gestellt. Sie wirft dem Konzern vor, die Sicherheitsmaßnahmen in mindestens einem Amazon-Lager in New York zurückgefahren und dadurch die Mitarbeiter einer höheren Gefahr durch Covid-19 ausgesetzt zu haben.

James stellte den Antrag in dieser Woche im Rahmen einer Klage, die der Staat New York bereits im Februar gegen Amazon eingereicht hatte. Amazon wird darin vorgeworfen, den Profit über die Sicherheit seiner Mitarbeiter zu stellen und unliebsame Beschäftigte zu entlassen, die sich dagegen aussprechen. Konkret bezieht sich James in der Klage auf den ehemaligen Mitarbeiter und Streikführer Chris Smalls, der öffentlich kritisierte, dass Amazon die Belegschaft nicht ausreichend schütze und später gefeuert wurde. Die Generalstaatsanwältin fordert die Wiedereinstellung von Smalls.

Ignoriert Amazon die Corona-Gefahr?

Im Rahmen des Antrags fordert James das Gericht außerdem auf, einen Beobachter einzusetzen, der die Sicherheit der Arbeitnehmer in den New Yorker Einrichtungen von Amazon überwacht. Der Staat beantrage eine Einstweilige Verfügung, weil „Amazon seine bereits unzureichenden Maßnahmen im Bereich der öffentlichen Gesundheit zurückfährt und so tut, als sei die Pandemie vorbei, obwohl das Risiko der Virusübertragung steigt und eine neue Variante sogar noch höhere Raten der Übertragung, Krankheit und Tod zu verursachen droht“, heißt es in dem Antrag. Amazon stelle mehr Arbeiter für das Weihnachtsgeschäft ein, während Fallzahlen, Krankenhausaufenthalte und Todesfälle ansteigen, heißt es weiter.

In einem Statement erklärte Unternehmenssprecherin Kelly Nantel aber, dass es „enttäuschend“ sei, dass die Generalstaatsanwältin jetzt versuche, „die Pandemie zu politisieren.“ Amazon habe seit Beginn der Pandemie „schnell gehandelt, auf die Experten gehört und von ihnen gelernt und einen umfassenden Ansatz für die Covid-19-Sicherheit verfolgt – mit Kosten von mehr als 15 Milliarden Dollar für die Unterstützung unserer Mitarbeiter und Kunden“, so Nantel.

Mitarbeiter kritisieren Amazon

Dass Amazon Sicherheitsvorkehrungen in mindestens einem Warenlager in New York zurückgefahren hat, unterstreichen laut CNBC eidesstattliche Aussagen von Mitarbeitern. Am 7. Juli habe man die Belegschaft informiert, dass man zu den Gepflogenheiten vor der Pandemie zurückkehre. Temperaturmessungen, Abstandsregeln und gestaffelte Pausenzeiten seien etwa wieder aufgehoben worden. Generalstaatsanwältin James habe Aussagen von zwei Mitarbeitern aus dem Amazon-Lager in Staten Island, die darüber hinaus erklären, dass es keine Impfpflicht gebe und dass Amazon die Belegschaft am 30. Juli darüber informiert habe, dass man die Corona-Tests auf dem Gelände einstelle.

Auf Anfrage von CNBC, ob Amazon tatsächlich Sicherheitsmaßnahmen zurückgefahren habe, antwortete der Konzern bislang nicht.

/ Geschrieben von Christoph Pech

Kommentare

#1 Horst Toeffels 2021-12-02 08:16
der laxe Umgang mit der Pandemie ist anscheinend auch in Deutschland gegeben.
Der private Lieferdienst von Amazon liefert ohne Maske aus. Auf den Hinweis darauf, kam als Antwort: habe ich vergessen.
Nachdem wir um den Namen baten kam als Antwort: wir können uns ja beschweren sollen halt anrufen.
Frage: Schon mal bei Amazon zu irgendjemand telefonisch durchgekommen, der für irgendetwas zuständig ist? Beim zuständigen Amazon-Depot ist eine Handynummer hinterlegt, welche anscheinend einen wildfremden, sichtlich genervten Menschen gehört.



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