Eine Liefer-Unternehmerin hat Klage gegen Amazon Logistics eingereicht: Sie wirft dem Unternehmen falsche Versprechungen bei Amazons Lieferpartner-Programm vor.

Amazon-Fahrer
© Amazon

Wer nicht nur für Amazon Pakete ausfahren will, sondern gleich ein ganzes Liefer-Unternehmen darauf aufbauen möchte, kann bei Amazons Programm Delivery Service Partner (DSP) teilnehmen, ein eigenes Team rekrutieren und leiten. Amazon wirbt in den USA dafür mit einem möglichen Verdienst von bis zu 300.000 Dollar pro Jahr. Diese Aussicht sei aber unrealistisch, kritisiert eine Teilnehmerin und hat deswegen jetzt Klage eingereicht, wie protocol.com berichtet.

Ahaji Amo gründete im Mai 2019 in Durham, North Carolina mit 10.000 Dollar Eigenkapital ein solches Liefer-Unternehmen und nahm an Amazons Programm teil. Im April 2021 kündigt Amazon den Vertrag und wirft Amo vor, ihre Mitarbeiter zu spät bezahlt zu haben, keine Kfz-Versicherung abgeschlossen zu haben und die Fahrzeuge nicht ordnungsgemäß gewartet zu haben.

Vorwurf gegen Amazon: Irreführung über möglichen Verdienst

Jetzt hat Amo selbst gegen Amazon Logistics Klage eingereicht. Sie wirft dem Unternehmen vor, diese vermeintlichen Vertragsverletzungen fingiert zu haben. Außerdem sei Amazons Lieferservice-Partnerprogramm so konzipiert, dass die Teilnehmer über ihren möglichen Gewinn in die Irre geführt werden. Es sei fast unmöglich, die sogenannte „Fantastic Plus“-Zustellungsbewertung zu erreichen, die aber erst einen profitablen Betrieb als Amazon-Lieferpartner ermögliche.

Amazon-Klage wegen Vertragsbruch und Betrug

Amazon nutze darüber hinaus das Paycheck Protection Program aus, mit dem die US-Regierung Unternehmenskredite in der Corona-Pandemie bietet. „Anstatt DSPs fair zu bezahlen, verließ sich Amazon auf das Paycheck Protection Program der Bundesregierung, um DSPs am Laufen zu halten, und nutzte so das Geld der Steuerzahler, um seinen Betrieb zu finanzieren. Nach den vorliegenden Informationen arbeiten fast alle DSP derzeit mit Verlust, da Amazon das DSP-Programm kontrolliert und sich auf die PPP-Mittel verlässt, um sich über Wasser zu halten“, heißt es in der Klage. In der Klage wird Amazon Vertragsbruch, Betrug, ungerechtfertigte Bereicherung und Verstoß gegen das Arbeitsrecht vorgeworfen. Amos Anwälte fordern mehr als 25.000 Dollar Schadenersatz. 

Es ist nicht die erste Klage dieser Art: Bereits im Oktober 2021 haben zwei weitere Liefer-Unternehmen aus Oregon Klage gegen Amazon Logistics eingereicht. Auch in Deutschland gab es bereits mehrfach Kritik an dem Programm

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/ Geschrieben von Markus Gärtner




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