Am vergangenen Wochenende staunten einige Amazon-Kunden nicht schlecht, als sie durch Instagram scrollten. Zwischen all den Werbeeinblendungen tauchte da plötzlich ein sehr echt wirkender Haufen Kot auf. 

Kot-Emoji
Zamurovic Brothers / shutterstock.com

Meistens ist es ja fast schon gruselig, wenn einem Werbung in sozialen Netzwerken Dinge anzeigt, an die man gerade erst gedacht hat. An frischen Kot dachten die Nutzer vermutlich aber weniger – außer, sie kamen vielleicht gerade von der Gassi-Runde mit dem Hund. Mehrere Twitter Nutzer sowie ein t3n-Redakteur meldeten jetzt, am vergangenen Samstag Opfer dieser etwas „verkackten“ Werbeeinblendung geworden zu sein. Wie t3n berichtet, handelte hier tatsächlich eine Einzelperson in böser Absicht. Die Bilder seien mittlerweile entfernt.

Auf brauner Spur

Wie die Anzeige direkt offenbarte, handelte es sich um ein falsches Produktbild in der Anzeige. Denn laut Produktbeschreibung sollte man hier eigentlich ein „Edelstahl Schüsselset“ sehen. Stattdessen lagen da jedoch durchaus realistisch aussehende Exkremente. Bei der Twitter Nutzerin Helge Hennes kann man sich (sofern man dies denn möchte - Content-Warnung!) die ausgespielte Anzeige noch zu Gemüte führen. Hennes schreibt dazu „Hey @amazonDE… Werbung verkackt?“

Unter einem weiteren Twitter-Beitrag des Nutzers Herdelheim (erneute Content-Warnung!) entschuldigte sich Amazon bereits für die ausgespielte Anzeige. „Das haben wir schon gemeldet, wir arbeiten daran“, versichert Amazon-Mitarbeiterin Melanie. Wie t3n aber aus internen Kreisen herausfinden konnte, sei der Täter auf der nicht mehr ganz so frischen Spur inzwischen geschnappt. 

Kot ist erst der Anfang

Laut den besagten Insidern habe es sich um eine Einzelperson gehandelt, welche mit „bösen Absichten“ das Bild einarbeitete. Der eigentliche Händler vom Edelstahl Schüsselset sei unbeteiligt. Amazon habe sämtliche Kot-Bilder inzwischen von den Servern entfernt und ist dabei, Schritte gegen den Täter einzuleiten. 

Wie der Fall aber zeigt, ist es, wenn man am richtigen Hebel sitzt, anscheinend möglich, falsche Produktbilder in Werbeanzeigen fremder Händler einzuschleusen. Im vorliegenden Fall handelte es sich zwar „nur“ um Kot, doch könnten darüber auch jugendgefährdende Inhalte oder Hassrede verbreitet werden. 

Vor kurzem wurde in den USA eine Bande von betrügerischen Amazon-Beratern geschnappt und verurteilt. Durch bestehende Kontakte zu Amazon-Mitarbeitern war es auch diesen möglich, Marketplace-Mitglieder zu bestechen, in dem diese Produktbilder und -beschreibungen verunstalten ließen. Derlei Verfälschungen können für Händler schlimme Folgen haben, von Einnahmeverlusten bis Sperrung des Amazon-Kontos. 

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/ Geschrieben von Ricarda Eichler