Bei Amazon arbeiten ist gefährlich: Eine US-Organisation zählt den Online-Riesen zu den unsichersten Arbeitgebern.

Mann bei Unfall in Lager
Halfpoint / Shutterstock.com

„Das dreckige Dutzend“ ist nicht nur ein US-amerikanischer Kriegsfilm von 1967, sondern auch ein wenig schmeichelhaftes Ranking: Die US-Organisation National Council for Occupational Safety and Health (COSH) zeichnet damit die ihrer Ansicht nach für die eigenen Mitarbeiter gefährlichsten Arbeitgeber in den USA aus. In diesem Jahr ist auch Amazon mit dabei, wie die Organisation mitteilt. 

„Das ’dreckige Dutzend’ sind Unternehmen, die Arbeitnehmer unnötigerweise Gefahren aussetzen, was zu vermeidbaren Krankheiten, Verletzungen und Todesfällen führt“, erklärt Jessica E. Martinez von COSH. „Wir stellen uns dieser Realität, damit die Arbeiter die Macht gewinnen können, die Sicherheitsverbesserungen zu erreichen, die weitere Todesfälle verhindern werden.“

Amazon wurde unter anderem wegen der sechs Toten nach einem Tornado-Unglück und den überdurchschnittlich hohen Verletzungsraten in den Logistikzentren ausgewählt. Wegen der Todesfälle laufen bereits mehrere Klagen gegen Amazon (siehe Infokasten).

„Amazon kümmert sich mehr um Pakete und Roboter als um Menschen“

„Amazon kümmert sich mehr um Pakete und Roboter als um seine menschlichen Arbeiter wie mich“, erzählt Jennifer Bates, eine Arbeiterin und Gewerkschaftsführerin im Amazon-Lagerhaus in Bessemer, Alabama. „Schon in meiner ersten Arbeitswoche bei Amazon vor fast zwei Jahren wusste ich, dass das Arbeitstempo letztendlich zu verschiedenen Verletzungen führen würde. Ich ging nach der Arbeit mit schmerzenden Knien, Beinen und Füßen nach Hause.“ Amazon müsse die Arbeiter mit mehr Würde und Respekt behandeln, fordert sie. „Wenn sie ihre Abläufe nicht ändern, fürchte ich, dass immer mehr Arbeiter verletzt werden oder – schlimmer noch – ihr Leben verlieren.“

Amazon war bereits 2019 und 2020 auf der Liste. Dem gegenüber stehen Umfragen, die zeigen, wie attraktiv Jobs bei dem Unternehmen sein sollen: So kürte das Karriere-Netzwerk LinkedIn den Online-Riesen gerade erst zum Lieblings-Arbeitgeber in den USA.

Weitere Unternehmen, die ebenfalls zu den gefährlichen Arbeitgebern zählen, sind unter anderem die Hotelkette Hilton und die Kaffeekette Starbucks, die wie Amazon ihren Hauptsitz in Seattle hat. 

Die Organisation National Council for Occupational Safety and Health wurde 2004 gegründet und setzt sich für sichere und gesunde Arbeitsbedingungen ein.

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/ Geschrieben von Markus Gärtner




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