Wie jetzt bekannt wurde, ist während des Prime Days 2022 ein Arbeiter in einem Amazon-Logistiklager in den USA gestorben. Eine US-Behörde ermittelt nun.

Amazon Logistiklager
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Der diesjährige Prime Day – der erfolgreichste aller Zeiten – wird von einem Todesfall überschattet. Im Amazon Fulfillment-Center EWR9 in Carteret, New Jersey, ist ein Mitarbeiter während der Verkaufsaktion am 12. Juli bei der Arbeit gestorben. 

Die Details des Todes sind noch nicht bekannt und die Ermittlungen der mit Arbeitsunfällen und Arbeitsschutz betrauten Bundesbehörde Occupational Safety and Health Administration (OSHA) laufen noch. Dennoch wirft der Todesfall einige Fragen auf und die Meldung weckt Erinnerungen an andere Fälle von Verletzungen in Amazon-Lagern. 

Arbeitsschutzbehörde ermittelt

Über den Vorfall selbst ist aktuell noch wenig bekannt. Die Identität der verstorbenen Person wurde bisher noch nicht öffentlich gemacht. Auch die Todesumstände sind noch nicht bekannt. Dennoch hat die Arbeitsschutzbehörde OSHA die Ermittlungen aufgenommen. Die Behörde hat nun sechs Monate Zeit, um die Untersuchung durchzuführen und ihre Ergebnisse zu veröffentlichen. 

Amazon zeigt sich von dem Todesfall tief betroffen: „Wir sind zutiefst betrübt über den Tod eines unserer Kollegen und sprechen seiner Familie und seinen Freunden in dieser schweren Zeit unser Beileid aus“, sagte Amazon-Sprecher Sam Stephenson laut NBC New York. „Wir haben uns mit seiner Familie in Verbindung gesetzt, um Unterstützung anzubieten, und werden Mitarbeitern, die zusätzliche Betreuung benötigen, Beratungsressourcen zur Verfügung stellen.“

Arbeitsbedingungen bei Amazon stehen in der Kritik

Immer wieder gerät Amazon gerade in den USA wegen der Arbeitsbedingungen für Angestellte in Logistiklagern in die Kritik. Eine kürzlich veröffentlichte Untersuchung zeigte etwa, dass es bei Amazon USA durch Arbeitsunfälle zu 6,8 schweren Verletzungen pro 100 Arbeitern kommt – das sind mehr als doppelt so viele wie in anderen Logistiklagern von Wettbewerbern. Die US-Organisation National Council for Occupational Safety and Health (COSH) zählt Amazon-Logistiklager zu den gefährlichsten Arbeitsplätzen in den USA. 

Todesfälle kommen in den Lagern aber eher selten vor. So war etwa 2019 ein Angestellter in einem Lager im US-Bundestaat Ohio an einem Herzinfarkt gestorben. 2020 kam es in einem Amazon-Warenlager in Florida sogar zu Schießereien mit Todesopfern.

Prime Day: 12 Milliarden Dollar Umsatz in 48 Stunden

Der Prime Day ist eine der geschäftigsten Verkaufsaktionen, die Amazon durchführt. In diesem Jahr fand er am 12. und 13. Juli statt und brach sämtliche Rekorde. Der weltweite Umsatz soll sich laut Schätzungen auf rund zwölf Milliarden Euro belaufen – innerhalb von 48 Stunden. Pro Minute sollen über 100.000 Produkte verkauft worden sein, insgesamt waren es mehr als 300 Millionen.

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/ Geschrieben von Patrick Schwalger