Beschäftigte des Online-Konzerns sind in den USA mit rassistischen Drohungen konfrontiert worden. Amazons Umgang mit den Vorfällen steht nun in der Kritik.

Beschäftigte bei Amazon
Frederic Legrand - COMEO / Shutterstock.com

An einem Amazon-Standort in Joliet, Illinois, hat es massive Drohungen und feindseliges, diskriminierendes Verhalten gegen schwarze Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegeben. So seien Ende Mai dieses Jahres an Toilettenwänden vor Ort Botschaften mit Beleidigungen und Todesdrohungen aufgetaucht. Auch habe ein anonymer Anrufer Drohungen gegen schwarze Beschäftigte ausgesprochen und es seien Graffiti mit Hakenkreuzen und antisemitischen Botschaften gesichtet worden, meldet TheVerge mit Verweis auf Medienberichte aus Lokalzeitungen und dem Chicago Tribune.

Amazon soll Beschäftigten freigestellt haben, zur Arbeit zu kommen

Nach Angaben des Arbeitnehmerverbands Warehouse Workers for Justice hätte Amazon den Angestellten angeboten, dass sie sich freiwillig freinehmen könnten, wenn sie sich in Bezug auf die Vorfälle bei der Arbeit nicht wohlfühlen. Dies sei jedoch keine wirkliche Lösung gewesen, wie eine ehemalige Mitarbeiterin dem Tribune zufolge kritisierte: „Wir mussten uns entscheiden: Bleiben wir und verdienen Geld und können unsere Rechnungen gleich bezahlen, oder gehen wir nach Hause und sind in Sicherheit.“ Nachdem sie mit rechtlichen Schritten gedroht habe, damit Amazon etwas zum Schutz der schwarzen Belegschaft unternehme, sei sie entlassen worden, heißt es weiter. 

Mittlerweile erklärten 26 Beschäftigte des Amazon-Standortes, dass das Unternehmen unangemessen auf die Drohungen reagiert habe. Sie hätten nun Beschwerde bei der U.S. Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) eingereicht. Die US-Behörde verfolgt den Auftrag, Diskriminierung in Beschäftigung und Beruf zu beenden.

Amazon: „Wir arbeiten hart für den Schutz vor Diskriminierung“

Amazon setzt sich vielseitig für ein diskriminierungsfreies Umfeld ein – das gilt etwa für Amazon-Gründer Jeff-Bezos selbst oder auch CEO Andy Jassy, der u. a. die unternehmenseigene Gruppe Black Employee Network unterstützt und bedauerte erst Ende Juni den Weggang zweier wichtiger schwarzer Top-Führungskräfte, wie etwa cnbc berichtete. Im Frühjahr gab Amazon zudem bekannt, dass man eine Anwaltskanzlei aus New York damit beauftragt habe, die die Auswirkungen von Amazons Richtlinien auf Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion analysieren solle.

Zu den aktuellen Vorkommnissen und Vorwürfen der Ex-Mitarbeiterin nahm eine Amazon nicht konkret Stellung, eine Amazon-Sprecherin erklärte aber gegenüber dem Tribune, dass der Konzern „hart daran arbeitetet, unsere Mitarbeiter vor jeder Form von Diskriminierung zu schützen und ein Umfeld zu schaffen, in dem sich die Mitarbeiter sicher fühlen“. 

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/ Geschrieben von Hanna Behn