Amazons Einführung von Werbung bei Prime Video sorgt weiterhin für Kritik.

Amazon Prime Video: Symbolbild Retro-TV
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Seit Wochen hagelt es für Amazons neue Werbestrategie bei Prime Video Kritik: Anfang Februar hatte das Unternehmen damit begonnen, in seinem hauseigenen Streamingdienst Werbung zu schalten. Wer keine Werbeanzeigen sehen möchte, kann dies durch die zusätzliche Zahlung von 2,99 Euro im Monat verhindern. Diese Zusatzgebühr kommt dann zu den eigentlichen Kosten des Prime-Abos hinzu.

Der Unmut der Zuschauerschaft über diese Neuerung zeigt sich seither nicht nur in den sozialen Netzwerken, sondern wird auch in den Bewertungen der Android-App deutlich: 3,3 von 5 Sternen hat die App im mobilen Google Play Store am Montagmittag (Stand: 19.02.2024, 13:32 Uhr). Ein Blick in die Bewertungsspalte zeigt eine Flut von 1- und 2-Sterne-Bewertungen, die in den vergangenen Tagen dominierte, wie auch Golem berichtet.

„Ziemlich frech“ – Unverständnis über Zusatzzahlung

Im Zentrum der Kritik steht bei vielen Nutzerinnen und Nutzern die generelle Einführung von Werbung bei Prime-Video-Inhalten. Der Streamingdienst ist Teil von Amazons Prime-Programm, für das Abonnentinnen und Abonnenten bereits 8,99 Euro im Monat oder wahlweise 89,90 Euro im Jahresabo zahlen. Die Gebühr, um Werbung zu blocken, komme zusätzlich zu bestehenden Abokosten hinzu. „Dadurch kassiert Amazon doppelt“, so ein Nutzer. 

„Jetzt machen die Streaming-Anbieter denselben Fehler wie das lineare Fernsehen …“, schreibt ein anderer. Ein Punkt, der in vielen Kommentaren außerdem kritisiert wird, sei das Angebot an Inhalten, wie etwa hier heißt: „Kann die App auch nichts für, aber dass nun Werbung in den Prime enthaltenen Filmen und Serien ist, finde ich ziemlich frech. Das Primeabo steigt so von 90 € im Jahr auf 130 €~. Wundert mich nicht, wenn Amazon dadurch viele Primekunden verliert. Hinzu kommt das mangelnde Angebot an guten Filmen und Serien.“

Von der Kündigung des Prime-Abos ist in zahlreichen Rezensionen zu lesen. Ob es sich dabei nur um leere Drohungen handelt oder sich tatsächlich eine Kündigungswelle anbahnt, kann nicht mit Gewissheit gesagt werden.

Klage gegen Amazon angekündigt

Amazon hatte zwar die Einführung von Werbung und die Möglichkeit zur Zahlung einer entsprechenden Zusatzgebühr fürs Werbeblocken im Vorfeld angekündigt, dennoch lief die Kommunikation nicht reibungslos: So hatte der Konzern im Vorfeld verschwiegen, dass auch Funktionen eingeschränkt oder gestrichen werden, die den Standard-Prime-Mitgliedern künftig nicht mehr zur Verfügung stehen: Neben einer Einschränkung in der Bild- und Tonqualität können etwa nur Kundinnen und Kunden mit Zusatz-Abo eine sogenannte Watch Party über Prime Video starten. Die Funktion erlaubt es Menschen, gemeinsam Filme und Serien anzuschauen, auch wenn sie räumlich getrennt sind. Insbesondere in Zeiten der Pandemie erlebten solche Features eine gesteigerte Nachfrage.

Kritik an den Neuerungen kommt grundsätzlich nicht nur von Nutzerinnen und Nutzern, sondern auch von verschiedenen Institutionen. Nachdem bereits Stiftung Warentest das Vorgehen des Online-Riesen als „rechtswidrig“ eingestuft hatte, kündigte der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) eine Klage gegen Amazon an.

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Artikelbild: http://www.depositphotos.com

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Geschrieben von Tina Plewinski




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