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Das Duell zwischen Amazon und der New York Times geht nun doch recht unerwartet in eine neue Runde: In einem Kommentar hat sich Jay Carney, Senior Vice President von Amazon, zu den Vorwürfen der amerikanischen Tageszeitung geäußert, die diese im August veröffentlicht haben. Aber auch eine neue Reaktion der Times selbst ließ nicht lange auf sich warten.

kämpfende Tiere

(Bildquelle kämpfende Tiere: Filip Lachowski via Flickr, ohne Änderungen bestimmte Rechte vorbehalten)

„Was die New York Times Ihnen nicht mitgeteilt hat“ – so lautet die Überschrift eines Kommentars von einem Herren namens Jay Carney auf der Website Medium.com. Bei Jay Carney handelt es sich um den Senior Vice President von Amazon, der mit seinem recht umfangreichen Kommentar auf die Vorwürfe der New York Times reagiert, die sich vor rund zwei Monaten gegen den Online-Händler richteten. Darin ging es unter anderem darum, dass Amazon seine Mitarbeiter schlecht behandeln und gezielt schikanieren würde.

Dass Amazon nun doch noch auf die Vorwürfe reagiert, überrascht gleich doppelt: Zum einen ist der Internetriese nicht gerade dafür bekannt, sich zu Spekulationen, Gerüchten oder eben Vorwürfen zu äußern. Zum anderen hätte wohl niemand – nicht mal die New York Times selbst – nach der relativ großen Zeitspanne noch mit einer Reaktion gerechnet.

Bo Olson: Dreh- und Angelpunkt der Vorwürfe?

In dem ursprünglichen Times-Artikel wurde immer wieder eine Person erwähnt und zitiert: Bo Olson. Dieser ehemalige Mitarbeiter soll von den unzähligen weinenden Managern berichtet haben, zu denen er auch selbst gehörte, weswegen er auch letztendlich gekündigt hat. Darauf konzentrierte sich die Berichterstattung der New York Times zu einem großen Teil.

Auch Carney geht abermals auf Olson ein: Seine Kündigung soll nicht durch eine Schikane seitens Amazon zustandegekommen sein. Genau das Gegenteil war nach Carney der Fall: Olson soll versucht haben, Verkäufer zu betrügen, was letztendlich jedoch aufgedeckt wurde. „Als er mit dem Vorfall konfrontiert wurde, hat er es sofort zugegeben und sofort gekündigt.“

Dieses Beispiel macht deutlich, was Carney und Amazon der New York Times vorwerfen: Eine einseitige Berichterstattung, die lediglich darauf abzielte, aufmerksamkeitsheischende Schlagzeilen zu generieren – selbst wenn dabei Vorfälle weitaus dramatischer dargestellt werden mussten beziehungsweise sogar nicht der Realität entsprechen.

New York Times: Keine Einhaltung journalistischer Standards?

Trotz der monatelangen Recherche der beiden Times-Reporter, die für den Amazon-Artikel zuständig waren, sollen diese es nicht geschafft haben, journalistische Standards einzuhalten. Dafür sprechen laut Carney auch andere Vorfälle, die die Times herangezogen hat. Diese entsprechen laut Amazon nur zum Teil der Wahrheit und wurden von der Zeitung demnach angeblich falsch aufgegriffen und wiedergegeben.

Bei einer erfolgreichen Rücksprache mit dem Online-Händler wären diese vermeintlichen Missverständnisse auch nicht in der Form entstanden – meint zumindest Amazon selbst. Dabei handelt es sich jedoch um vom Online-Händler herausgegriffene Beispiele, um die es der Times im Grunde genommen nicht einmal unbedingt ging. Die Berichterstattung zielte vielmehr auf die allgemeinen Zustände bei Amazon ab.

Die Erklärung, warum Amazon so spät auf die Vorwürfe reagiert, liefert Carney in seinem Kommentar ebenfalls: „Wir haben unsere Erkenntnisse der Times bereits vor mehreren Wochen präsentiert – in der Hoffnung, dass sie ihren Bericht korrigieren würden. Das haben sie nicht getan, weswegen wir uns erschlossen haben, es selbst zu tun.“

Reaktion der New York Times folgt unmittelbar

Gerade mal drei Stunden später hat die New York Times auf Carneys Artikel reagiert – völlig untypisch ebenfalls auf Medium.com und nicht innerhalb der eigenen Zeitung. Darin schreibt Dean Baquet, Executive Editor der New York Times, dass sie mit mehr als 100 derzeitigen und ehemaligen Mitarbeitern gesprochen und sich dabei Muster abgezeichnet hätten, die durchaus eine Verallgemeinerung der Zustände zulassen würden.

Deswegen seien die von Carney genannten Personen lediglich Einzelfälle, wobei es unzählige andere Beispiele geben würde. Auch der Fall Olson soll von ihm selbst gegenüber der Times anders dargestellt worden sein. Dieser hätte nie etwas von kriminellen Anschuldigungen erwähnt.

Auch Amazon nun reaktionsschnell

Wiederum zwei Stunden später antwortete Amazons Carney auf die Times-Reaktion: „Die Quintessenz besteht darin, dass sich die New York Times dagegen entschieden hat, ihre angeblichen Fakten zu checken oder ihre wichtigsten Quellen zu überprüfen, obwohl sie sechs Monate an der Story gearbeitet haben. Ich sehe wirklich keine vertretbare Erklärung dafür.“

Zwei Monate nach dem Erscheinen des New York Times-Artikels herrschte nahezu völliger Stillstand – nun überschlagen sich die Ereignisse und Vorwürfe. Es ist schwierig, ja nahezu unmöglich, zu beurteilen, wem in irgendeiner Form zu glauben ist. Dafür sind die Fakten meist einfach zu schwammig. Was jedoch auf jeden Fall festzuhalten ist: Hollywood kann sich über neues Material für einen packenden Polit-Thriller freuen.

 

Unter diesen Links können die entsprechenden Kommentare noch einmal in kompletter Länge aufgerufen werden:

Jay Carney (Amazon): „What The New York Times Didn’t Tell You“

Dean Baquet (New York Times): „Dean Baquet Responds To Jay Carney’s Medium Post“

Jay Carney (Amazon): „Jay Carney’s Response to Dean Baquet“

/ Geschrieben von Christian Laude





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