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Amazon hat kurz nach dem Attentat in Orlando, bei dem 49 Menschen ihr Leben verloren haben, einen Tweet gepostet, der eine Cornflakes-Schüssel mit den Worten „cereal killer“ zeigt. Der verwendete Hashtag #Guilty tat seinen Rest, um die User in Rage zu bringen.

Schüssel "cereal killer"

© dabadosceramics.com | Screenshot

Amazon.com nimmt „cereal killer“-Schüssel aus dem Programm

Tweet Amazon Cereal killer

© internetretailer.com

Der Online-Riese Amazon sah sich die Tage in den Staaten mit einem ernst zu nehmenden Shitstorm konfrontiert. Auslöser dafür war ein Tweet, den Amazon nur Stunden nach dem Bekanntwerden des Attentats in Orlando veröffentlichte. In dem Tweet wird eine Cornflakes-Schüssel beworben, auf der die Worte „cereal killer“ und rote Spritzer, die an Blutspritzer erinnern, abgedruckt sind. Neben dem Link zum Produkt kommentierte Amazon den Tweet mit dem Hashtag „#Guilty“ (schuldig).

Die Reaktion des Netzes? Viele Twitter-Nutzer reagierten schockiert auf die Geschmacklosigkeit und nannten den Tweet „offensive“ (beleidigend) und „insensitive“ (unsensibel/rücksichtslos). Am Ende dauerte es eine Stunde, bis Amazon den Tweet wieder gelöscht hat. Mittlerweile ist die Schüssel auch komplett aus dem Sortiment von Amazon.com verschwunden. Nur auf der Website des Herstellers, Dab-A-Do’s Ceramics, ist die Schüssel noch erhältlich.

Paradebeispiel für fehlerhaftes Social Media Marketing

Das Beispiel Amazon ist ein Paradebeispiel dafür, wie große Unternehmen mit mehreren hunderttausend Followern (nicht) mit Social Media Marketing umgehen sollten. Laut internetretailer.com verwendet Amazon für sein Social Media Marketing das Tool Sprinklr um Beiträge vorzuplanen. Experten vermuten entsprechend, dass Amazon den umstrittenen Tweet schon im Vorfeld geplant hatte, allerdings die Nachrichten rund um das Attentat entweder ignoriert oder es schlichtweg verpasst hatten.

Nach dem Amazon den Tweet gelöscht hat, hat sich der Online-Riese nicht weiter in die Diskussion eingemischt. Es ist entsprechend nicht bekannt, ob Amazon den Tweet tatsächlich geplant hatte oder so auf das Attentat in Orlando reagiert hat. Auch die Social Media-Experten sind sich nicht einig darüber, wie Amazon hätte reagieren sollen. So wird das Löschen des Tweets als nachvollziehbar angesehen, allerdings „hätten sie sich auch entschuldigen sollen.“ – so die Social Media-Expertin Rebecca Lieb. Doch, so gibt die Expertin Susan Etlinger, Analystin bei der Altimeter Group, zu bedenken, dass eine Entschuldigung auch als selbstverherrlichend wahrgenommen werden könnte. „Wenn Amazon sich entschuldigt hätte, hätte das sicherlich einige Menschen gefreut, andere wiederrum hätten beanstandet, dass Amazon sich selbst zu sehr ins Zentrum rückt.“

/ Geschrieben von Julia Ptock





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