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Negativschlagzeilen machte Amazon in den vergangenen Wochen vor allem damit, dass das Unternehmen Lieferungen massiv verzögerte, bestimmte Atikel vorübergehend aus dem Sortiment nahm oder von Vorbestellungen ausschloss. Diese Vorgehensweisen dienen als Druckmittel, um bei Verlagen oder anderen Konzernen bessere Preise für sich herauszuschlagen. Doch sowohl in den USA als auch in Deutschland formiert sich ein öffentlicher Widerstand.
© Martin Kropf – Fotolia.com
Es sind Autoren, die die Welt kennt und die tausende Fans erreichen: Stephen King, John Grisham oder Suzanne Collins. Sie und Hunderte andere US-Autoren haben sich vor wenigen Tagen unter dem Namen „Authors United“ (frei übersetzt: vereinte Autoren) zusammengeschlossen, um gegen die aggressive Unternehmenspolitik von Amazon vorzugehen. Dabei hatten sie sich in einem Brief an die Öffentlichkeit gewand, um auf medienwirksame Weise ihren Protest einzuleiten. Diesen Widerstand haben sich nun auch deutsche Autoren zum Vorbild genommen. Denn genau wie in den USA versucht Amazon mithilfe verschiedener Druckmittel bessere Preise, höhere Rabatte oder ähnliche Vorteile für sich zu erpressen. Obwohl – oder vielleicht gerade weil – bislang kein Kraut gegen den Online-Riesen gewachsen schien, soll nun auch die breite Öffentlichkeit in den Widerstand involviert werden. Oder zumindest über die aktuelle und gespannte Lage auf dem Markt informiert werden.

„Wir müssen die Leser aufklären, dass die Manipulation der Empfehlungslisten und die verzögerte Auslieferung von Büchern, deren Verlage sich gegen Amazon wehren, zum Alltag bei Amazon gehören“, nahm Regula Venske vom PEN Zentrum Deutschland laut Handelsblatt Stellung. Die Schriftsteller kritisieren, dass der Verkauf von Büchern durch Amazon behindert werde und die „rigide“ Vorgehensweise des Unternehmens nicht länger tragbar sei.

„Wir“ bedeutet im Übrigen eine ganze Reihe namhafter deutschsprachiger Autoren und Persönlichkeiten wie Elfriede Jelinek („Gier“), Nele Neuhaus („Sommer der Wahrheit“), Ingrid Noll („Die Apothekerin“), Eva Rossmann („Männerfallen“) oder auch Günter Wallraff („Ganz unten“).

In der kommenden Woche soll ein offener Brief der deutschsprachigen Autoren veröffentlicht werden.
/ Geschrieben von Tina Plewinski